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XI. Kapitel.
Steigen der Preise verursacht 1 ), ein Umstand, der auf die Sphäre, in der
das Geld zur Verwendung kommt, einwirkt und infolgedessen auf das mittelst
des Geldes bewältigte Handelsvolumen einen Einfluß ausübt und dessen
Umlaufsgeschwindigkeit beschleunigt.
§ 15.
Wir haben historische Beispiele von den Wirkungen, die Veränderungen
in den Edelmetallen und im Papiergelde auf die Preise ausüben, gegeben.
Es bleibt uns noch übrig, historische Beispiele von den Wirkungen, die Ver
änderungen in den Depositenumlaufsmitteln auf die Preise ausüben, näher
zu betrachten. Die durch Veränderungen der Depositenumlaufsmittel
veranlaßten Preisbewegungen schließen gewöhnlich jene Kulminationen ein,
die als Krisen und Depressionen bezeichnet werden.
Die Wirtschaftsgeschichte des letzten Jahrhunderts ist durch eine
ganze Beihe von Krisen gekennzeichnet. Juglar gibt in seiner Beschreibung
als Vorzeichen einer nahenden Krise die Merkmale großen Wohlstandes,
der Unternehmungslust sowie Spekulationen aller Art, ferner das Steigen
der Preise, Arbeitsnachfrage, steigende Löhne, das Streben, schnell reich
zu werden, erhöhten Luxus und einen übermäßigen Aufwand an a ).
Nach Juglars Begriffsbestimmung bedeutet eine Krise ein Aufhalten
der Preissteigerung. Zu höheren als den bereits erreichten Preisen können
keine Käufer mehr gefunden werden. Wer eingekauft hat und mit Vorteil
zu verkaufen hofft, kann seine Güter nicht mehr anbringen * 2 3 ).
Unsere vorige Untersuchung hat uns gezeigt, daß vor dem Eintreten
einer Krise, wenn die Preise bereits anziehen, eine große Zunahme der Bank
depositen wahrzunehmen ist, und daß diese, da sie ein Zirkulationsmedium
sind, das Steigen beschleunigen.
') Vgl. Wesley Clair Mitchell, Eistory of the Greenbacks, S. 208 und 210. Ebenso
Francis A. Walker, Political Economy, 3. Aufl., New York (Holt), 1888, S. 164.
2 ) Clement Juglar, Des Crises Commerciales et de leur Retour Periodique en France,
en Angleterre et aux Etats-Unis, 2. Aufl., Paris (Guillaumin), 1889, S. 4 und 5. Siehe auch
die Übersetzung des Werkes, die sich mit den Vereinigten Staaten beschäftigt, von De
Courcy W. Thom: A Brief Eistory of Panics in the United States, New lork (Putnam),
1893, S. 7 bis 10. Juglar irrt sich, wenn er hinzufügt, daß der Zinsfuß bei steigenden
Preisen fällt. Die Tatsachen beweisen, daß er steigt, wenn auch nicht genug, um der
übermäßigen Kreditgewährung Einhalt zu tun. Siehe Irving Fisher, The Rate of Interest,
XIV. Kapitel.
3 ) Juglar, loc. cit., S. 14.