Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die katholischen und verwandten Richtungen 
zu unterbauen, oder gar aus der katholischen Religion zu folgern, 
unternimmt. Was als Folge des Patrizierstandpunktes klar er 
scheint, wird in der philosophischen und theologischen Beweis 
führung unklar und unwahr, de Maistre hinterläßt darum 
den Eindruck eines Sophisten und paradoxalen Geistes. 
de Bonald bietet ein Gegenstück hierzu. Nicht ein 
a priori gegebenes Klasseninteresse, sondern eine metaphysische 
Idee beherrscht sein ganzes Denken. Und da er fest überzeugt 
ist, daß die Ideen die Weltgeschichte machen, wie sie ihn ab 
solut beherrschen, so unterwirft er alles gesellschaftliche Ge 
schehen der Idee der metaphysischen Trilogie von Ursache, 
Mittel und Wirkung 1 ). Sein Verfahren dabei ist ein virtuoses 
Handhaben der Deduktion, mittelst derer er zu einer absoluti 
stischen Staatslehre gelangt, der nur der eine Mangel anhaftet, 
auf einer petitio principi! zu beruhen. Weinand charakterisiert 
de Donalds Methode vorzüglich in folgendem Urteil: „Auf 
diese Weise (durch, die Anwendung der metaphysischen Trilogie 
von Ursache, Mittel, Wirkung auf das Gebiet der Sozial Wissen 
schaft) läßt sich Bonald in seiner streng systematischen 
Denkart zu dem Irrtum seiner Methode verleiten, das meta 
physische oder geometrische Vorgehen auf die Gesellschaftslehre 
zu übertragen. Wie die Mathematiker über numerische Werte, 
die Metaphysiker über ihre Ideen, verfügt er über jene freien 
persönlichen Gesellschaftskräfte, die man Menschen nennt, ohne 
Rücksicht auf Zeit, Ort, Umstände, die eine unendliche Ver 
schiedenheit unter ihnen begründen, Verschiedenheit des National 
charakters, der Sprache, der Lebensart, der Tradition, der Kultur 
stufen, nach denen sich die Gesetze ihrer Beziehungen unter 
einander, d. i. die Sozialgesetze, gestalten. Für das politische 
Problem ist die Bonald sehe Sozialtheorie daher nicht annehm 
bar, nicht in der Absolutheit ihrer Methode, nicht in ihren 
Folgerungen, weil sie von der konkreten Wirklichkeit der poli 
tischen Lage zu sehr absieht“ 2 ). 
1) Diese Trilogie verwirklicht sich in der Familie, der Urzelle und dem 
ewigen Vorbild einer jeden Gesellschaft, in: Vater, Mutter und Kind; in der 
bürgerlichen Gesellschaft in : König, Minister, Untertan ; in der Kirche in : Gott, 
Mittler, Mensch usw. 
2 ) Weinand, Art. de Bonald im Staatslexikon der Goerresgesellschaft, 
2. Ausi., Bd. I, p. 976.
	        
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