Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  Nichtinterventionisten

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den  müssen,  wenn  sie  mit  diesen  Interessen  in  Widerspruch
treten“  *).  Von  den  Ursachen,  welche  die  Wirkung  der  wirtschaftlichen ­
  Naturgesetze  beeinträchtigen  können,  hat  de  Metz-No
  b  lat  eine  eigentümliche  Auffassung.  Er  teilt  dieselben
in  wirtschaftliche  und  sittliche  und  gruppiert  sie  um  die
Erbsünde.
Die  reale  Welt,  führt  er  aus,  ist  eine  durch  die  Erbsünde
gefallene.  In  dieser  schlechten  Natur,  in  diesem  schlechten
Milieu  können  die  wirtschaftlichen  Naturgesetze  Wirkungen  auslösen, ­
  welche  gegen  das  Sittengesetz  verstoßen.  Das  liegt  aber
ausschließlich  an  dem  verderbten  Milieu  ;  denn  die  Naturgesetze
der  Volkswirtschaft  können  den  Wahrheiten  der  Religion  nicht
widersprechen.  Übrigens  kommen,  genau  genommen,  nicht  die
wirtschaftlichen  Naturgesetze  mit  den  sittlichen  und  sozialen
Gesetzen  in  Konflikt.  Dies  tun  vielmehr  die  Menschen,  wenn
sie  jene  Gesetze  mißbrauchen  2 ).
Die  Erbsünde  tritt  als  ein  seiendes,  ethisches  Moment  in
der  Volkswirtschaft  auf.  Aber  die  praktische  Gestaltung  des
Wirtschaftslebens  erfordert  auch  das  Eingreifen  von  sittlichen
Faktoren  des  Seinsollens.  „Das  Problem  der  materiellen  Güterwelt ­
  kommt  schließlich  auf  die  Übung  zweier  Tugenden  heraus  :
Enthaltsamkeit  und  Keuschheit.  Denn  nur  durch  Sparen  entstehen
neue  Produktionsmittel,  und  nur  durch  Keuschheit  kann  in
legitimer  und  ehrbarer  Weise  das  übermäßige  Anwachsen  der
Bevölkerung  gehindert  werden“ 3 ).  Darum  vermag  nicht  die
Wirtschaftswissenschaft  selbst,  „sondern  logisch  nur  der  Katholizismus ­
  die  ökonomische  Frage  zu  lösen“,  d.  h.  den  größtmöglichen ­
  Wohlstand  der  größten  Zahl  zu  verwirklichen.  Nur
die  Entsagung  kann  das  größtmögliche  Glück  aller  erzeugen,  und
diese  lehren  nur  die  Religionen,  unter  ihnen  am  meisten  und
besten  der  Katholizismus 4 ).
Die  Betonung  der  Entsagung  als  Faktors  des  wirtschaftlichen ­
  Fortschritts,  welche  sich  übrigens  schon  bei  de  Villeneuve-Bargemont
  und  de  Doux  findet,  und  gegen  welche
Bas  ti  at  polemisiert,  ist  eine  viel  stärkere  noch  bei  Charles
de  Metz-Noblat  loc.  cit.  p.  XXXVII  ;  ibid.  p.  470.
2 )  Vgl.  M.  EbU,  loc.  cit.  p.  86—87.

3 )  de  Metz-Noblat,  loc.  cit.  p.  556.
4 )  ibid.  p.  556—557.
            
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