Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Einleitung.

XIX

stellte  sich  jedoch  bald  heraus,  daß  das  Voranstellen  des  Gesichtspunktes ­
  der  Methode  nur  ein  verzerrtes  Bild  der  Wirklichkeit ­
  gezeitigt  hätte.  Denn  einmal  sind  Methodenfragen  zurzeit
—  wenn  wir  von  einem  oder  zwei  Autoren  absehen,  —  in  der
französischen  Nationalökonomie  gar  nicht  auf  der  Tagesordnung;
dann  aber  würde  eine  Gruppierung  der  Volkswirte  nach  den  von
ihnen  zur  Anwendung  gebrachten  Forschungsverfahren  die  natürlichen ­
  Rahmen,  in  denen  sie  sich  bewegen,  derart  über  den  Haufen
geworfen  haben,  daß  kein  Kenner  der  tatsächlichen  Lage  diese
in  dem  kaleidoskopischen  Bilde  wiedererkannt  hätte.  Es  mußte
darum  als  das  Beste  erscheinen,  die  folgende  Darstellung,  unter
Vermeidung  jeder  künstlichen  Abfachung,  in  einer  Weise  anzuordnen, ­
  die  sich  auf  das  engste  an  die  historisch  gewordenen
Gruppierungen  anschließt.
Demgemäß  behandeln  wir  die  oben  unterschiedenen  vier
Gruppen  von  Nationalökonomen  in  der  angegebenen  Reihenfolge
in  vier  Büchern.  Der  Gesichtspunkt  möglichster  Anlehnung
an  die  tatsächlich  im  Vordergrund  stehenden  Unterscheidungsmerkmale ­
  ist  auch  für  sämtliche  Untereinteilungen  maßgebend
gewesen.
In  jedem  Buche  wird  der  Leser  zunächst  mit  dem  historischen ­
  Werdegang  der  darin  behandelten  Anschauungen  bekannt
gemacht.  Das  Hauptgewicht  wird  aber  auf  die  Darlegung  des
Standes  einer  jeden  Gruppe  und  Untergruppe  in  der  Gegenwart
gelegt.  Naturgemäß  nimmt  dabei  die  Analyse  der  Schriften  der
bedeutenderen  lebenden  Volkswirte  den  breitesten  Raum  ein;
es  wird  aber  auch  über  die  Arbeiten  der  wichtigern  Autoren
zweiter  Ordnung,  die  sich  um  die  Führer  gruppieren,  berichtet.
Nicht  am  wenigsten  Interesse  dürften  endlich  die  jedesmal  eingefügten, ­
  kurzen  Beschreibungen  wecken,  welche  die  Machtstellung, ­
  Aktionsmittel,  Unterrichtsanstalten,  Periodika  usw.,
über  die  jede  Gruppe  oder  Untergruppe  in  der  Gegenwart  verfügt, ­
  zum  Gegenstand  haben.  Die  Schilderung  jener  wissenschaftlichen ­
  Anstalten,  die  nirgends  untergebracht  werden
konnten,  weil  sie  allen  Gruppen  gleichviel  dienen,  wurde  in
einen  besondern  Anhang  verwiesen.
            
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