Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  Schule  der  Réforme  sociale

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nach  Provinzen,  zurzeit  in  23  Gruppen  organisiert.  Die  Gesamtzahl ­
  der  Mitglieder  der  beiden  Sociétés  (l’Economie  sociale  und
der  Unions  de  la  Paix  sociale,  und  damit  ungefähr  die  Zahl  der
orthodoxen  Anhänger  Le  Plays,  dürfte  augenblicklich  das
dritte  Tausend  überschritten  haben.
Wenige  Monate  vor  seinem  Tode  gründete  Le  Play  endlich ­
  die  Zeitschrift:  La  Réforme  sociale.  Sie  erscheint  halbmonatlich ­
  seit  1.  Januar  1881  in  Stärke  von  je  fünf  Bogen.
Sie  bietet  eine  reichhaltige  Sammlung  beschreibender  Monographien, ­
  ausgezeichnete  Übersichten  über  die  soziale  Bewegung
aller  Länder,  eine  Chronik  der  sozialen  Gesetzgebung  des  Inund
  Auslandes,  die  Sitzungsberichte  der  Société  d’économie  sociale ­
  usw.  Nach  dem  von  Le  Play  seinen  Schülern  ans  Herz
gelegten  Rat  vermeidet  die  Réforme  sociale  jede  Polemik
und  theoretische  Auseinandersetzung.
Die  Atmosphäre  der  Société  d’Economie  sociale  war  von  Anfang ­
  an  und  ist  noch  heute  vom  autoritären  Geiste  Le  Plays
durchtränkt.  Das  „jurare  in  verba  magi  stri"  war  und  ist  das
Motto  von  Claudio-Jannet,  Focillon,  Urbain  Guérin,  de  liïbbe,  Delaire,
Cheysson,  E.  de  Curzon,  His  de  Butenval,  Auburtin  usw.  Allerdings
ist  die  Methode  Le  Plays  fortgebildet  worden  und  zwar  nicht
nur  durch  Außenstehende  wie  Carrol  Wright,  durch  Sezessionisten
wie  de  Tourville  und  Demolins  und  durch  du  Maroussem,  sondern
auch  durch  getreue  Schüler  des  Meisters  wie  de  Ribbe  und
Cheysson.  Aber  in  der  orthodoxen  Le  Play  schule  gilt  die  überkommene ­
  Lehre  noch  heute  als  sakrosankt.  Noch  heute  sind
die  unverrückbaren  Grundlagen  der  Constitution  essentielle  einer
menschlichen  Gesellschaft  :  treue  Beobachtung  des  Dekalogs,
Testierfreiheit,  ungeteilte  Vererbung  des  Familiengutes,  Permanenz ­
  des  Arbeitsverhältnisses,  Achtung  vor  Gott,  vor  der
väterlichen  Autorität  und  vor  der  Frau,  Patronage.  Die  Familienmonographien ­
  werden  zur  immer  weitern  Unterbauung  dieser
Lehre  fortgesetzt,  de  Tourville  hatte  1876  die  Gründung
der  Ecole  des  Voyages  angeregt;  diese  bestand  in  Vortragszyklen, ­
  welche  Focillon  mehrere  Jahre  hindurch  zur  Ausbildung ­
  von  Enquêteuren  abhielt.  Focillon  s  noch  von
Le  Play  gutgeheißene  Anleitung  zu  der  Aufnahme  von
Familienmonographien  wurde  das  Vademekum  aller  Enquê-
            
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