Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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367. Um einen gemeinsamen Ausdruck für die Indexzahlen 
der verschiedenen Waren zu bilden, kann man sich noch zahlreicher 
anderer Methoden bedienen. Keine von diesen wird sich jedoch im 
allgemeinen so einrichten lassen, daß das erwähnte Kriterium An- 
wendung finden kann‘). 
Werden die n Indexzahlen nach der Größe verteilt, dann kann man z. B. 
anstatt der arithmetischen oder geometrischen Mittel auch als gemeinsamen 
Ausdruck entweder den Zentralwert der Verteilung (englisch: median) oder 
deren dichtesten Wert (englisch: mode) anwenden. Unter dem Zentral- 
wert eines Verteilungsgesetzes versteht man die Abszisse, deren entsprechende 
Ordinate die Fläche des Verteilungsgesetzes in zwei gleich große Hälften teilt 
(vgl. z. B. die Ordinate M in der Figur 17b, die dem Aiter von 69,9 Jahren 
entspricht; der durch dieses Alter bestimmte Zentralwert heißt das wahr- 
scheinliche Lebensalter für O-jährige; für x-jährige läßt sich die Zahl aus 
einer Überlebenstafel finden, indem man untersucht, in welchem Alter die 1(x) 
x-jährigen auf 4.l(x) eingeschrumpft sind). Unter dem dichtesten Wert 
gines Verteilungsgesetzes versteht man die Abszisse zum Maximumspunkt der 
Verteilungskurve; er gibt die Stelle an (Alter, Körpergröße oder -gewicht usw.), 
am den sich die verteilten Einheiten am dichtesten ansammeln (vgl. die Ordinate T 
;n der Figur 17b, die dem Alter von 76,5 Jahren entspricht); der durch dieres 
Alter bestimmte dichteste Wert ist das in den 88 208 und 306 erwähnte Lexissche 
normale Lebensalter; er läßt sich aus einer Überlebenstafel finden, indem 
man in der im $ 244 angegebenen Weise die l(x) als Flächenkurve entsprechende 
Verteilungskurve zeichnet. Haudelt es sich darum, den Zentralwert für eine 
Sammlung von Indexzahlen zu bestimmen, dann können diese erst in einer Reihe 
nach der (Größe geordnet werden. Die in der Mitte gelegene oder eine zwischen 
den zwei mittleren Zahlen in dieser Reihe gelegene Zahl wird dann den Zentral- 
wert der Verteilung angeben. Um den dichtesten Wert für eine Sammlung von 
{ndexzahlen zu finden, muß man diese erst zweckmäßig nach der Größe gruppieren. 
Wenn die gefundene Verteilung nicht mehr als einen Maximumspunkt aufweist. 
kann man darauf durch Interpolation zu einer näheren Bestimmung der Stelle 
gelangen, wo sich die Indexzahlen am dichtesten ansammeln. Da man für diese 
zwei Formen des Gemeinsamen einer Beobachtungsreihe nicht über ähnliche ein- 
vache Sätze, wie sie oben ($$ 122—132 und 154—156) hinsichtlich der Erwartung 
und des Durchschnitts entwickelt wurden, verfügt, so wollen wir an dieser Stelle 
nicht weiter auf diese oder andere ähnliche Ausdrücke?), von deren Bildung 
noch die Rede sein könnte, eingehen. 
*\ Siehe im übrigen über die Berechnung von Preisindexzahlen I. Fisher, 
The making of index numbers, Boston 1922; L. v. Bortkiewicz, Zweck und 
Struktur einer Preisindexzahl, Nordisk statistisk Tidskrift, Bd. II (Stockholm 1923), 
5. 369, und Bd. IIT (1924), S. 208 und 494; A. L. Bowley, The measurement 
of changes in the cost of living, Journ. of the R. Stat. Society, vol. LXXXII 
1919), S. 343f.; G. H. Knibbs, The nature of an unequivocal price-index and 
Juantity-index, Quarterly Publicat. of the American Statistical Association, 1924. 
ınd G. Jahn, Statistikkens Teknik og Metode, Kristiania 1920, S. 160 ff. 
?) Vgl. hierüber z. B. E. Blaschke. Vorlesungen über mathematische 
Statistik, Leipzig 1906. S. 71 ff.
	        
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