Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

282  Die  katholischen  und  verwandten  Schulen  in  der  Gegenwart

der  Tagesordnung“  sein.  Diese  gibt  alsdann  den  geeigneten
Gesichtspunkt  zum  Aufbau  der  Serie  der  Familien  ab 1 ).
Die  Familienmonographien  hat  dh  Maroussem  zum  Teil
nach  dem  bewährten  Schema  Le  Plays  ausgenommen.  Da
dies  aber  viel  Zeit  in  Anspruch  nahm,  stellte  er  einen  vereinfachten ­
  Rahmen  auf,  welcher  immerhin  an  den  großen  Zügen
des  Schemas  des  Meisters  festhält.  Demselben  liegt  das  Familienbudget ­
  in  der  von  Le  Play  geschaffenen  Anordnung  zugrunde,
jedoch  unter  Weglassung  der  Einnahmen  und  Ausgaben  in
natura.  Der  Text  des  vereinfachten  Schemas  beschränkt  sich
auf  eine  kurze  Skizzierung  von:  Zivilstand,  materieller  Einrichtung ­
  und  Geschichte  der  Familie 2 ).
Die  Enquête  monographique  im  engern  Sinne,  d.  h.
also  die  Auswahl  und  Beschreibung  von  je  drei  Mustern  von
Arbeitsstätten  und  Familien  ist  so  oft  zu  wiederholen,  als  es
Zonen  in  dem  betreffenden  Gewerbe  gibt.
Die  Monographie  eines  Handelsbetriebes  (Monographie  de
Marché 3 )  schließt  sich  eng  an  die  Monographie  de  Métier
an.  Auch  bei  ihr  ist  zwischen  der  wirtschaftlichen  und  sozialen
Ordnung  zu  unterscheiden.  In  der  ersten  hat  man  die  Monographie ­
  von  Handelshäusern,  in  der  zweiten  die  von  Familien
von  Handelsangestellten.  Den  Aufbau  der  Serien  und  die  Auswahl ­
  der  Muster  wird  man  ähnlich  wie  bei  der  Arbeitsstättenund
  Familienmonographie  einer  gewerblichen  Berufsart  machen.
Unter  der  Monographie  d'Organisation  d'intérêt  général 4 )  versteht ­
  du  Maroussem  die  monographische  Beschreibung  von
freien  und  von  Zwangsgemeinschaften.  Freie  Gemeinschaften

1)  In  der  Pariser  Zuckerraffinerie  ist  z.  B.  die  Frage  des  Eindringens
der  Fremden  an  der  Tagesordnung.  Man  wird  also  zur  monographischen  Behandlung ­
  wählen:  a)  eine  italienische  Familie  mit  zahlreichen  Kindern,  b)  eine
schon  lange  ansässige  italienische  Familie  mit  mittlerer  Kinderzahl,  c)  eine
französische  Familie  mit  einem  oder  zwei  Kindern.  Anderes  Beispiel:  Im
Pariser  Zimmermannsgewerbe  bestehen  noch  die  mittelalterlichen  Bruderladen
(compagnonnages)  fort.  Man  wird  demgemäß  zu  wählen  haben:  a)  eine  entschieden ­
  dem  Gesellenladen  und  seinen  überkommenen  Riten  ergebene  Familie,
b)  die  Familie  eines  „compagnon“  ohne  Begeisterung,  c)  eine  außerhalb  der
Gesellenladen  stehende  Familie  usw.  Du  Maroussem,  loc.  cit.  p.  41  ff.J
2 )  ibid.  p.  67  ff.
8 )  ibid.  p.  82  ff.
4 )  ibid.  p.  105  ff.
            
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