Die Schule der Réforme sociale
281
entsprechen der wirtschaftlichen, letztere der sozialen Ordnung.
Beiden entspricht je eine Art von monographischer Enquete.
Zunächst die Enquete der Arbeitsstätten 1 ). Hat man mittels
der offiziellen Statistik eine in Zahl und Maß bestimmte Zone
einer Industrie herausgegriffen, z. B. die Spezialität der Kunsttischlerei
innerhalb der Luxusmöbelindustrie, so sind innerhalb
derselben drei Einheiten nach dem Grundsatz der Musterung
der Extreme zur monographischen Behandlung auszuwählen.
Man wird also den bedeutendsten und den kleinsten, sowie
einen mittlern Betrieb der Zone monographisch analysieren.
Über die relative Bedeutung der verschiedenen Betriebe einer
Zone kann meist schon jeder beliebige Arbeiter derselben den
Enquêteur aufklären. Du Maroussem hat einen Rahmen
zur Aufnahme von Arbeitsstättenmonographien entworfen, welchen
er für geeignet hält, allen Betriebsformen : dem Handwerk,
der Hausindustrie und der Fabrik, angepaßt zu werden 2 ).
Schwieriger als bei der Arbeitsstättenmonographie, bei
welcher die Bedeutung der Betriebe die Rangordnung zur
Musterung der Extreme abgibt, gestaltet sich die Auswahl der
Typen in der sozialen Ordnung, d. h. bei der Familienmonographie.
Es gibt eine Reihe von Gesichtspunkten, nach welchen
Familien gruppiert werden können. Du Maroussem zählt
sieben auf: 1. Ursprung der Familie (ob eingesessen oder eingewandert,
in- oder ausländisch), 2. Dauer ihres Aufenthalts am
Ort, 3. religiöse, politische, berufsgenossenschaftliche Zugehörigkeit,
4. Kinderzahl, 5. Lohnhöhe des Familienvaters, 6. Sittlichkeit
(Einigkeit in der Familie, wie weit sind deren Mitglieder
dem Spiele, den Weibern, dem Alkoholgenuß ergeben), 7. Geist
der Neuerung (äußert sich in Kleidung, Nahrung, Bildungsdrang).
In jeder Zone eines Gewerbes wird nun immer eine
von den in diesen sieben Rubriken bezeichneten Fragen „an
') ibid. p. 87 ff.
2 ) Die Hauptlinien dieses Rahmens sind: 1. Milieu; 2. Organisationsform
des Unternehmens ; 3. soziale Stellung des Leiters des Unternehmens ; 4. kommerzielle
Organisation [a) Ankauf der Rohstoffe und Absatzmärkte, b. Verkaufspreise]
; 5. Arbeitsorganisation (Haupt- und Nebenbetriebe); 6. Personal [a) Handels-,
b) technisches, c) Arbeiterpersonal, Löhne, Arbeitszeit]; 7. Umsatz des
Unternehmens; 8. Produktionskosten und Unternehmergewinn; 9. Besondere
Bemerkungen, du Maroussem, loc. cit. p. 47 ff.