Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  Schule  der  Réforme  sociale

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entsprechen  der  wirtschaftlichen,  letztere  der  sozialen  Ordnung.
Beiden  entspricht  je  eine  Art  von  monographischer  Enquete.
Zunächst  die  Enquete  der  Arbeitsstätten 1 ).  Hat  man  mittels
der  offiziellen  Statistik  eine  in  Zahl  und  Maß  bestimmte  Zone
einer  Industrie  herausgegriffen,  z.  B.  die  Spezialität  der  Kunsttischlerei ­
  innerhalb  der  Luxusmöbelindustrie,  so  sind  innerhalb
derselben  drei  Einheiten  nach  dem  Grundsatz  der  Musterung
der  Extreme  zur  monographischen  Behandlung  auszuwählen.
Man  wird  also  den  bedeutendsten  und  den  kleinsten,  sowie
einen  mittlern  Betrieb  der  Zone  monographisch  analysieren.
Über  die  relative  Bedeutung  der  verschiedenen  Betriebe  einer
Zone  kann  meist  schon  jeder  beliebige  Arbeiter  derselben  den
Enquêteur  aufklären.  Du  Maroussem  hat  einen  Rahmen
zur  Aufnahme  von  Arbeitsstättenmonographien  entworfen,  welchen ­
  er  für  geeignet  hält,  allen  Betriebsformen  :  dem  Handwerk,
der  Hausindustrie  und  der  Fabrik,  angepaßt  zu  werden 2 ).
Schwieriger  als  bei  der  Arbeitsstättenmonographie,  bei
welcher  die  Bedeutung  der  Betriebe  die  Rangordnung  zur
Musterung  der  Extreme  abgibt,  gestaltet  sich  die  Auswahl  der
Typen  in  der  sozialen  Ordnung,  d.  h.  bei  der  Familienmonographie.
  Es  gibt  eine  Reihe  von  Gesichtspunkten,  nach  welchen
Familien  gruppiert  werden  können.  Du  Maroussem  zählt
sieben  auf:  1.  Ursprung  der  Familie  (ob  eingesessen  oder  eingewandert, ­
  in-  oder  ausländisch),  2.  Dauer  ihres  Aufenthalts  am
Ort,  3.  religiöse,  politische,  berufsgenossenschaftliche  Zugehörigkeit, ­
  4.  Kinderzahl,  5.  Lohnhöhe  des  Familienvaters,  6.  Sittlichkeit ­
  (Einigkeit  in  der  Familie,  wie  weit  sind  deren  Mitglieder
dem  Spiele,  den  Weibern,  dem  Alkoholgenuß  ergeben),  7.  Geist
der  Neuerung  (äußert  sich  in  Kleidung,  Nahrung,  Bildungsdrang). ­
  In  jeder  Zone  eines  Gewerbes  wird  nun  immer  eine
von  den  in  diesen  sieben  Rubriken  bezeichneten  Fragen  „an
')  ibid.  p.  87  ff.
2 )  Die  Hauptlinien  dieses  Rahmens  sind:  1.  Milieu;  2.  Organisationsform
des  Unternehmens  ;  3.  soziale  Stellung  des  Leiters  des  Unternehmens  ;  4.  kommerzielle ­
  Organisation  [a)  Ankauf  der  Rohstoffe  und  Absatzmärkte,  b.  Verkaufspreise] ­
  ;  5.  Arbeitsorganisation  (Haupt-  und  Nebenbetriebe);  6.  Personal  [a)  Handels-, ­
  b)  technisches,  c)  Arbeiterpersonal,  Löhne,  Arbeitszeit];  7.  Umsatz  des
Unternehmens;  8.  Produktionskosten  und  Unternehmergewinn;  9.  Besondere
Bemerkungen,  du  Maroussem,  loc.  cit.  p.  47  ff.
            
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