Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

Die Schule der Science sociale 
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de Tour villes die Familie die wichtigste menschliche Gruppe, 
und ihre Klassifikationen der sozialen Gebilde sind in erster 
Linie solche der Familien. 
Es war ein großer Fortschritt, als die Mitglieder der Schule 
der Science sociale die Kindererziehung als differenzierendes 
Moment der Familien an die Stelle des Erb systems setzten. Einmal 
entsprach dies einer tatsächlich tiefem Erkenntnis der Wirk 
lichkeit als sie Le Play besessen; andererseits aber wurde ge 
rade dadurch erst die Bahn frei für den Evolutionismus. Im 
Keime ist derselbe allerdings schon in der Nomenclature sociale 
de Tour villes enthalten. Denn dieses Erzeugnis eines syste 
matisch und tief denkenden Geistes, welches zunächst nur ein ver 
vollkommnetes Forschungsinstrument an der Stelle von Le Plays 
Familienmonographie sein will, ist tatsächlich auch eine soziale 
Doktrin. Die Orientierung der Schlußfolgerungen einer jeden 
Monographie, welche in den Rahmen der „Nomenclature“ hinein 
ausgenommen wird, ist a priori gegeben, sie liegt in der letzt- 
lichen Bedingtheit einer jeden wirtschaftlichen und sozialen Er 
scheinung durch die geographische Beschaffenheit des Territoriums. 
Die ganze Einseitigkeit, der ganze Determinismus oder, wenn 
man will, der historische Materialismus, der die Lehre der 
Schule kennzeichnet, ist bereits in der „Nomenclature“ enthalten. 
Die konstruktive Tätigkeit der Schule der Science so 
ciale bestand bisher überwiegend im Aufstellen von kon 
kreten Kausalreihen zwischen allen auf unserem Planeten vor 
handenen Territorien und den beiden Arten von Familien- und 
Gesellschaftsformationen. Zwischenglieder sind dabei die Arbeits 
verfassung und Eigentumsordnung. Nichts hindert, daß in der 
Folge auch die weiteren Kategorien der „Nomenclature sociale“ 
ausgebaut werden. 
Das Einschachtelungsverfahren, durch welches Demolins 
Tausende und Abertausende von beobachteten Erscheinungen 
in die Fächer und Unterfächer der „Nomenclature“ unterbringt, 
um Kausalzusammenhänge zu eruieren, ist recht schwerfällig 
und kompliziert. Es mag sein, daß man mittels dieses Ver 
fahrens das eine oder das andere Mal zur Aufdeckung eines vorher 
nicht beachteten Kausalzusammenhanges gelangt. Jedenfalls aber 
dürfte in weitaus den meisten Fällen auch ohne diese Einschach 
telung, und zwar mit wesentlich geringerem Aufwand an Zeit
	        
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