Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

Die christlichen Sozialisten 
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liehen Demokratie wieder aufzunehmen, was den Zeitumständen 
entsprechen mag 1 ). 
i) Als Outsider des christlichen Sozialismus sind noch zu erwähnen: 
Paul Lapeyre und die 1887—1907 erschienene Monatsschrift Revue du Christi 
anisme social. 
Paul Lapeyre ist ein etwas unklarer Geist. Er schrieb Le Socialisme 
catholique (Bd. I: Les Vérités mâles, Bd. II: Les Vérités femelles), Paris, 1894. 
Ein wunderliches und zusammenhangloses Buch, in dem der Geist der voracht- 
undvierziger Epoche spukt. Ferner: Le Catholicisme social, 3 Bde., Paris, 1900. 
In diesem geht der Verfasser von Bûchez’ Anschauung aus, das Individuum sei 
in erster Linie für die Gesellschaft da, nicht umgekehrt, und entwickelt eine 
Gesellschaftslehre, der das Postulat zugrunde liegt: das Individuum hat die 
Pflicht, der Gesellschaft nach Maßgabe seiner Fähigkeiten zu dienen ; die Gesell 
schaft hat die Pflicht, das Recht des Individuums auf Arbeit zu sichern und die 
Leistungen des Individuums nach Maßgabe der Bedürfnisse desselben zu ent 
lohnen. An Bûchez’ Eigentumslehre geht jedoch Lapeyre vorbei. Seine Werke 
kommen wohl nur als Curiosa in Betracht, als eine verspätete Verkörperung des 
unfertigen, utopischen Geisteszustandes der Sturm und Drangperiode des Juli 
königtums. 
Die von Chastand herausgegebene Zeitschrift Revue du christianisme social 
verfolgte nicht wissenschaftliche Zwecke, sondern ausschließlich solche der Propa 
ganda. Die leitenden Ideen der Zeitschrift sind folgende: „Daß die, welche 
sagen: Vater, zukomme uns dein Reich! nicht darunter verstehen: dein Reich 
komme im Himmel! denn diese Bitte wäre zweifellos überflüssig genug, aber: 
es komme schon auf Erden!“ Ferner: „(Wir wenden uns an) jene, welche, wenn 
sie sagen: Unser tägliches Brot gib uns heute! nicht darunter verstehen: Vater, 
ein jeder gewinne sein Leben, wie er es eben kann, . . . sondern an jene, welche 
denken, daß viele Menschen in der Welt und selbst an ihrer Seite Recht darauf 
hätten, ihr tägliches Brot zu haben, es aber nicht haben. . . . Wir, die wir 
unser tägliches Brot haben, verlangen für alle das Recht auf Brot. . . . Wir, 
die wir eine Familie haben, welche wir kennen, weil wir sie bei andern Gelegen 
heiten als bei Nacht sehen, verlangen für alle das Recht auf eine Familie. . . . 
Wir haben unsern wöchentlichen Ruhetag und verlangen ihn für alle . . . Wir 
haben Zeit krank zu sein und verlangen für alle das Recht auf Krankheit . . . 
Wir haben Bücher und verlangen für alle das Recht auf Unterricht . . . Wir 
haben durch das Evangelium Seelenfrieden empfangen, wir verlangen für alle 
das Recht auf Trost, Sicherheit, Sieg über Egoismus und Tod: in einem Wort, 
das Recht auf Seelenheil.“
	        
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