Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Der  Interventionismus  an  den  Universitäten

der  Zukunft  wird  es  nicht  ohne  Opfer  für  die  individuelle  Freiheit ­
  abgehen.  Wenn  z.  B.  die  Arbeiterberufsvereine  zahlreich
und  stark  genug  sind,  werden  sie  die  Isolierten  zum  Beitritt
zwingen  können,  unter  Strafe  der  Ausstoßung  aus  dem  betreffenden ­
  Berufe.  Sollten  sie  alsdann  ihre  Macht  mißbrauchen,
um  Individuen  ihrer  politischen  oder  religiösen  Überzeugung
wegen  zu  verfolgen  und  aus  dem  Berufe  auszuschließen,  so  ist
der  Moment  zu  staatlichem  Eingreifen  zum  Schutze  der  Bedrohten ­
  gekommen.  Die  individuelle  Freiheit  wird  überhaupt
in  der  Gesellschaftsordnung  der  Zukunft  nur  durch  ein  verwickeltes ­
  System  von  Gegengewichten,  welche  die  Rechte  der
Einzelnen  wahren,  ohne  die  wohltuende  Entwicklung  der  Kollektivitäten ­
  zu  hindern,  aufrecht  erhalten  werden  können.  Insbesondere ­
  bedeuten  die  staatlichen  und  kommunalen  Unternehmungen ­
  eine  ernste  Gefahr  für  die  Freiheit.  Die  Gesetzgebung ­
  des  Staates  wird  unbedingt  gegen  diesen  selbst  und
gegen  die  Kommunen  ernstliche  Garantien  schaffen  müssen;
die  öffentlichen  Betriebe  müssen  vor  den  Wechselfällen  der

alsdann  die  Lohnarbeit  diese  Umwandlungen  erfahren  hat,  wird  zwar  der  Interessengegensatz ­
  zwischen  Arbeitgebern  und  Arbeitnehmern  wie  zwischen  Produzenten ­
  und  Handelsleuten,  Detaillisten  und  Konsumenten,  kurz,  wie  zwischen
allen  denen,  welche  sich  über  die  Bedingungen  eines  Vertrages  zu  einigen  haben,
fortbestehen,  aber  der  Klassenkampf,  der  gehässige  und  gewalttätige  Antagonismus
wird  verschwinden,  weil  er  keine  Daseinsberechtigung  mehr  haben  wird.  Der
Klassenkampf  ist  eine  Revolte  der  Arbeiterklasse  gegen  einen  bestimmten  Zustand ­
  wirtschaftlicher  Abhängigkeit.  Aber  wenn  man  annimmt,  daß  die  Arbeiter
eines  Tages  durch  hohem  Lohn  Wohlstand  haben,  daß  ein  kürzerer  Arbeitstag
sie  in  den  Stand  setzt,  einen  hohem  Kulturgrad  zu  erreichen,  daß  sorgfältig  abgeschlossene ­
  Kontrakte  die  Summe  der  für  einen  bestimmten  Preis  zu  liefernden
Anstrengungen  begrenzen,  dann  werden  die  Arbeiter  sich  als  Verkäufer  von
Arbeit  in  derselben  Lage  von  Unabhängigkeit  und  Gleichheit  den  Arbeitgebern
gegenüber  befinden,  wie  die  Verkäufer  von  Rohstoffen  oder  Maschinen.  Es
wird  natürlich  zwischen  ihnen  und  den  Arbeitskäufern  ein  Interessengegensatz
fortbestehen;  derselbe  wird  aber  keinen  Grund  mehr  haben,  sich  in  Klassenkampf ­
  umzuwandeln.  Wenn  die  Arbeitsverkäufer  die  Herrschaft  der  Arbeitgeber ­
  nicht  mehr  zu  ertragen  haben,  werden  sie  nicht  mehr  Grund  haben,  die
Unternehmer,  mit  denen  sie  in  Geschäftsbeziehungen  stehen,  zu  hassen,  als  die
Rohstoffverkäufer.  Um  so  weniger,  wenn  die  Unternehmer  mit  organisierten
Arbeitern  abschließen  und  von  jeder  Aufsicht  entbunden  sind.  Die  Arbeitgeber
werden  ihrerseits  die  Forderungen  der  Arbeiter  und  das  Steigen  der  Löhne  mit
derselben  Kaltblütigkeit  zu  ertragen  wissen,  mit  der  sie  heute  das  Steigen  der
Kohlen-  oder  Baumwollpreise  hinnehmen.“  ibid.  p.  366  ff.,  p.  377.
            
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