Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

Der Protektionismus 
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der liberalen Schule in die Schranken. Er wurde als Polemiker 
und Tagesschriftsteller sehr geschätzt. G a nil h 1 ) war ein viel 
seitig belesener Gelehrter, dessen Schriften sich durch kluge 
Mäßigung und Zurückhaltung auszeichnen. Er weiß die Argu 
mente der Schutzzöllner mit großem Geschick vorzutragen. 
Louis Say 2 ) ein Bruder von Jean-Baptiste, zieht in mehreren 
dickbändigen Werken gegen die freiwirtschaftlichen Lehren der 
liberalen Schule zu Felde. Er verleiht dem nationalwirtschaft 
lichen Gesichtspunkt mit großer Entschiedenheit Ausdruck und 
ist überzeugt, daß die Industrie eines Landes nur durch den 
Schutz der Gesetzgebung zur Blüte gelangen kann. Albert 
Schatz hat nachgewiesen, daß sich außerdem bemerkenswerte 
Ansätze zur Grenznutzentheorie bei Louis Say finden 3 ). Dieser 
ist nicht ohne Einfluß auf Friedrich List gebheben 4 ). 
Im weiteren Verlauf des XIX. Jahrhunderts versuchte der 
Mathematiker Cournot, wie oben (p. 150) erwähnt, wider den 
Stachel des die Wissenschaft beherrschenden „laisser faire“ zu 
locken; er blieb aber unbeachtet. Nach langer Zeit war der 
erste bedeutendere und viel gehörte Theoretiker des Protektio 
nismus Paul Cauw'es, dessen Anschauungen wir im 1. Kapitel 
dieses Buches zur Darstellung gebracht haben. Cauwès schöpft 
ausgiebig in den Werken von Friedrich List. Er betont das 
national wirtschaftliche Prinzip, als dessen Konsequenz der Pro 
tektionismus erscheint, mit leidenschaftlichem Nachdruck. Neben 
ihm sind als Vorkämpfer des Protektionismus in der Gegenwart 
besonders Edmond Théry und Jules Méline zu erwähnen. 
Edmond Théry ist Mitarbeiter des „Figaro“ und langjäh 
riger Herausgeber der von ihm begründeten Wochenschrift 
1 ) Ganilh, Des Systèmes d’économie politique, 1809. — Traité de l’éco 
nomie politique, 1815. 
2 ) Louis Say, Principales causes de la richesse, 1818. — Considérations 
sur l’industrie et la législation sous le rapport de leur influence sur la richesse 
des Etats, et Examen critique des principaux ouvrages qui ont paru sur l’Eco 
nomie politique. Paris 1822. — Traité de la richesse individuelle et de la ri 
chesse publique, Paris 1827. — Etudes sur la richesse des nations et réfutation 
des principales erreurs en Economie politique, Paris 1836. (A. Blanqui brand 
markt letzteres Werk mit den Worten: „Véritable pamphlet contre les maîtres 
de la science, son frère compris“). 
3 ) Albert Schatz, L’Individualisme économique et social. Paris 1907, p. 153 fl'. 
4 ) Vgl. Gide et Bist, Histoire des doctrines économiques, p. 304, Fußnote 1.
	        
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