Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

504 
Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen 
wirtschaftlichen Freihandel früh oder spät nach sich ziehen 
muß i). 
Der Tausch hat die Tendenz, sich selbst auszuschalten und 
eine Wirtschaftsordnung anzubahnen, in der das Geschenkgeben, 
dem er entsprungen ist, überwiegen wird. Denn der Fortschritt 
der wirtschaftlichen Anpassung besteht darin, die Toten und 
die Naturkräfte immer mehr für die Lebenden arbeiten zu 
lassen. Wenn die von den Toten hinterlassenen Erfindungen 
und die dienstbar gemachten Naturkräfte genügen würden, alle 
Bedürfnisse der Lebenden zu befriedigen, so wären alle Pro 
dukte unentgeltlich und es gäbe keinen Tausch mehr. Einst 
weilen ist dies nicht erreicht; aber die Menge der unentgelt 
lichen Güter nimmt mit jedem Fortschritt der Kultur absolut 
und relativ zu 2 ). 
Nach Vorwegnähme des Tausches bleiben an spontanen 
Gemeinschaften noch die Arbeitsgemeinschaft, oder, was dasselbe 
ist, die Arbeitsteilung; an bewußten und gewollten, als solche 
organisierten Gemeinschaften die verschiedensten Arten von 
Genossenschaften. Tarde schließt sich in seinen Ausführungen 
zu diesem Thema eng an die bekannten, einschlägigen Unter 
suchungen von Karl Bücher (Entstehung der Volkswirtschaft) 
an. Dabei entrollt er ein Zukunftsbild, welches dem von Ch. 
Gide gezeichneten sehr nahe kommt. Es ist zweifellos, meint 
Tarde, daß die nächste Zukunft eine mächtige Entwicklung des 
genossenschaftlichen Geistes bringen wird. Wir steuern jedoch 
nicht, wie es die Sozialisten wollen, auf eine Vereinheitlichung 
und Zentralisierung des genossenschaftlichen Zusammenschlusses, 
sondern auf ein vielfach verschlungenes Netz reich gegliederter 
Genossenschaften hin. Das fortschreitende Ineinandergreifen 
der genossenschaftlichen Gruppierungen der Menschen, die zu 
nehmende Menge unentgeltlicher Güter, welche zum größten 
Teile den Erfindungen der vorausgegangenen Geschlechter zu 
verdanken ist, endlich die schrittweise Selbstausschaltung des 
Tausches, die dem Überwiegen altruistischer Gefühle der Sym 
pathie über den Egoismus die Bahn frei macht, bereiten eine
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.