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Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
recht langwieriges Vergleichen und Gegenüberstellen reich ge
gliederter, statistischer Zahlenmaterialien aus über 50 Jahren
(1847—1902) gewonnen. Ergänzend zog er neben den Angaben
der offiziellen Statistik auch Monographien, Zeitungsausschnitte
usw. mit heran. Er schildert selbst das Verfahren, das er ein
geschlagen hat, recht anschaulich. Zunächst galt es, schreibt
er, die Quellen auszuwählen und zu ordnen. Aus ihnen mußte
dann ein geordnetes Tatsachenmaterial, das geeignet war, in
erklärender Weise verarbeitet zu werden, ausgelesen werden.
Nach summarischer Rekognoszierung der allgemeinen Richtung
der beobachteten Erscheinungen begann das Suchen nach Be
ziehungen, nach Regelmäßigkeit von Beziehungen zwischen
einer jeden Tatsache und allen denen, die für fähig gehalten
wurden, auf sie einzuwirken. Nach vielfachem Probieren mit
Hypothesen von Kausalbeziehungen gelang es, eine zusammen
hängende und präzise Gesamtheit von Beziehungen zwischen
einer Anzahl von Elementen festzustellen. Diese Gesamtheit
bildete einen Zyklus, der sich mehrere Male in verschiedenen
Milieus identisch wiederfand. Eine so ausgesprochene Regel
mäßigkeit rechtfertigte ein tieferes Erforschen ihrer Ursachen.
Zunächst wurden dazu die bereits untersuchten Tatsachen
in kleinere, eng begrenzte Gruppen geordnet und wieder beob
achtet. Dies führte zur Bestätigung der frühern Resultate und
zur definitiven Aufstellung der typischen Zyklen von Erschei
nungen. Jetzt galt es, die Ursachen aufzufinden, durch die die
Zyklen sich erklärten. Die bisher festgestellten Beziehungen
hatten nicht das Aussehen von rein mechanischen. Darum lag
die Idee nahe, ihre Ursache in einem menschlichen Handeln zu
suchen.
Die Tatsachen bewiesen bald, daß dieses menschliche
Handeln nicht ein willkürliches und spontanes sein konnte.
Nunmehr stellte sich die Frage, ob ein menschliches Handeln
vorliegen könnte, das a priori vorauszusehen sei, indem man
von einigen allgemeinen und traditionellen volkswirtschaftlichen
Postulaten über die Richtung des wirtschaftlichen Handelns
ausging. Hier lautete die Antwort, daß a priori nur auf mehrere
mögliche Handlungsweisen geschlossen werden könne, unter
denen die tatsächlich zutreffende nur durch Beobachtung des
wirklichen Geschehens zu erkennen sei. Die naheliegende Idee,