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Die liberale Schule
S a y, die meisten dieser ihm so verhaßten Hemmnisse des Verkehrs
wieder zu beseitigen, da die Erträge der ordentlichen Steuerquellen
ganz bedeutend gestiegen waren. Zugleich hatte er die
bei der Bank von Frankreich aufgenommenen Anleihen des Staatsschatzes
zurückzuzahlen vermocht, den Zwangskurs der Banknoten
aufheben können usw. Einen wesentlichen Aufschwung
der nationalen Produktion versprach er sich von dem großzügigen
Programm des Ministerpräsidenten Dufaure (1878), das den
Ausbau zahlreicher Verkehrswege aller Art: Eisenbahnen, Kanäle
und Straßen über das ganze Staatsgebiet bezweckte. Say fiel
die Aufgabe zu, die nötigen Mittel: 5,8 Milliarden Frs. zu beschaffen.
Er tat dies auf dem Wege einer dreiprozentigen,
tilgungspflichtigen Anleihe; deren Tilgungsplan erstreckt sich
auf 75 Jahre. 1882, als er zum letzten Male ins Finanzministerium
eingezogen war, reformierte er die Berechnung des
Voranschlags der budgetmäßigen Einnahmen dahin, daß demselben
nicht mehr wie bisher, die Ziffern der tatsächlichen Eingänge
des vorletzten Jahres zugrunde gelegt werden sollten,
sondern der nach Maßgabe der Steigerungen der Einnahmen
der letzten Jahre zu erwartende Betrag.
Zweck dieser Neuerung war, dem Überhandnehmen der
parlamentarischer Initiative entspringenden, ins Ungemessene
steigenden Belastung des Ausgabenbudgets entgegenzutreten.
Wenn nämlich der Unterschied zwischen den in Anschlag gebrachten
Einnahmebeträgen und den tatsächlich zu erwartenden
verschwand, so blieb kein Spielraum mehr für Majorisierung
des vom Finanzminister vorgelegten Voranschlages der Ausgaben.
Says Nachfolger behielten diese Praxis bei; die von ihm angenommene
Progressionsratio mußte jedoch bald herabgesetzt
werden, da sich das Tempo der Steigerung der Eingänge bedeutend
verlangsamte.
Nach 1882 dozierte Léon Say Finanz Wissenschaft an der
Ecole Ubre des Sciences Politiques, führte eine nachdrückliche Polemik
gegen jeglichen Interventionismus und widmete sich wissenschaftlichen
Unternehmungen *). In der Kammer bekämpfte
*) Er leitete die Herausgabe des Dictionnaire des Finances (Bd. I, 1889,
Bd. II, 1894), sowie des Nouveau Dictionnaire d'Economie Politique (2 Bde. 1891
bis 1892, Supplementband 1897 ; 2. Ausl. 1896). Seine Vorlesungen an der Ecole
libre des Sciences politiques sind niedergelegt in den Schriften Les Solutions