Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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platze  auch  in  Strafsenzusammenhang,  genau  abgegrenzt  wurde. 1 )  Da
die  Besteder  aufserdem  seit  1835  systematisch,  seit  1825  in  unregelinäfsiger
  Form  Berichte  über  den  Versand  an  die  1818  errichtete
Inspektion  für  das  Frachtfuhrwesen  zu  liefern  hatten,  wobei  die  Orte
nochmals  und  zwar  zugleich  mit  den  dahin  gesandten  Verkehrsmengen
und  Güterarten  genannt  werden  [ohne  Güterarten  liegt  noch  ein  Bericht
für  das  Jahr  1817  vor *  2 )],  so  ergibt  sich  daraus  ein  vorzügliches
Material  für  die  gesamte  bremische  Ausfuhr  zur  Fuhre,  das  die
sämtlichen  Binnenlandszentren,  grofse  wie  allerkleinste,  von  wo  aus
die  Weiterverteilung  im  Wege  selbständigen  Handels,  der  Kommission 3 )

Bedeutung  als  rheinische  und  holländische  Strafse  bereits  verloren.  Der  Verkehr
über  Osnabrück  hinaus  war  am  stärksten,  bevor  die  Verkehrsverhältnisse  auf
dem  Rhein  durch  das  Nachgeben  Hollands  gegenüber  den  preufeischen
Repressalien  (den  Stapel  Köln  gegen  den  holländischen  Seezoll)  geordnet  waren,
wurde  dann  noch  durch  den  Verkehr  über  Minden  wasserwärts  und  über  die
Lippe,  dann  durch  die  Bahnverbindung  Bremen-Minden-Köln  geschädigt.
Bremische  Fuhrleute  erscheinen  zuerst  in  Nürnberg  und  Nürnberger  in
Bremen  in  den  Bremer  Akten  am  Anfang  des  18.  Jahrhunderts,  von  Fahrten
nach  Leipzig  ist  bereits  im  17.  Jahrhundert  die  Rede,  mit  Frankfurt  a.  M.
verständigt  man  sich  über  Belastungsgrenzen  Ende  des  17.  Jahrhunderts.  Das
Holen  rheinischer  Weine  per  Achse  durch  Bremer  Fuhrleute  kommt  auch  im
18.  Jahrhundert  vor.  Die  Oberländer  Fuhrleute  kommen  früher  auf  grotsen
Touren  nach  Bremen,  als  es  von  den  Bremern  noch  heilst,  sie  sind  nicht
gewöhnt,  weit  zu  fahren.  (Bremer  Staatsarchiv.)  (Vgl.  auch  im  folgenden ­
  zum  Weserverkehr.)  Darin  besteht  an  sich  nur  eine  Beziehung
zu  dem  nachher  angedeuteten  Etappenwesen,  Transportwechsel  und  Handelsumsatz, ­
  aber  andererseits  hatten  die  Hansestädte  ursprünglich  auch  nicht
die  neuere  Verkehrsfnnktion  des  Umschlags  zwischen  der  See  und  ihrem
Hinterland  im  heutigen  Sinne,  sondern  arbeiteten  in  dem  althansischen  Verkehrszuge ­
  parallel  der  Küste  mit  andern  Verkehrszügen  über  See  und  Land.
*)  Bremer  Staatsarchiv.  —  Die  Hauptverordnung  für  das  neunzehnte
Jahrhundert  ist  die  vom  16.  Nov.  1818,  die  auch  V.  Böhmert,  Bremer
Handelsarchiv,  II.  Bd.,  Bremen  1865  unter  No.  144,  S.  354  abgedruckt  hat.
2 )  Bremer  Staatsarchiv  und  Archiv  der  Bremer  Handelskammer.  (Coli.
Sen.)  Im  übrigen  s.  das  Kapitel  Statistik.
3 )  Die  Kaufleute  zweiter  Hand  in  Bremen,  die  von  den  ex-  und  importierenden ­
  Kaufleuten  erster  Hand  des  überseeischen  Verkehrs  kauften  oder  auch
an  sie  verkauften,  waren  ziemlich  häufig  auch  Kommissionäre  der  damals  noch
florierenden  groften  binnenländischen  Handelshäuser,  als  deren  Beispiel  die  Firma
Schröter  in  Frey  tags  Soll  und  Haben  bekannt  ist.
Vgl,  zur  Darlegung  der  Verhältnisse  Duckwitz  in  seinen  Denkwürdigkeiten ­
  aus  meinem  öffentlichen  Leben,  Bremen  1877,  S.  13  ff.  Zur  Veränderung  in
der  Organisation  des  Handels  im  neunzehnten  Jahrhundert  s.  im  übrigen
Werner  Sombart,  Die  deutsche  Volkswirtschaft  int  19.  Jahrhundert,
Berlin  1903.
            
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