Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Heineken,  Klugkist  beteiligt  sind,  wird  namentlich  mit  dem  Kurfürsten
gerechnet.  In  der  vertraulichen  Korrespondenz  wird  das  Verhältnis
Wilhelms  II.  zu  seiner  Maitresse  erwähnt,  für  die  er  eben  beträchtliche ­
  Gelder  festgelegt  hat,  und  dafs  der  Kurfürst  nicht  zu  bewegen
sein  dürfte,  sein  Geld  fest  im  Lande  anzulegen,  da  er  eine  Vertreibung
wie  seinerzeit  durch  Napoleon,  immer  einmal  für  möglich  halte.
Seine  bedeutenden  Kapitalien  seien  daher  nur  etwa  so  für  den  Plan
zu  gewinnen,  dafs  man  eine  Aktiengesellschaft  konstituiere,  deren
Aktien  er  bald  nachher  unter  der  Hand  wieder  abstofsen  könne. 1 )
Man  müsse  auf  die  bessere  Route  Werra—Main  verzichten  und
von  der  Fulda  nach  dem  Main  bauen,  weil  sein  Hanau  für  den
Kurfürsten  der  Endpunkt  werden  müsse. 2 )
Die  Fulda—Kinzigroute  liegt  ziemlich  ganz  im  damaligen  Kurfürstentum ­
  Hessen.  Wer  die  Werraroute  bauen  wollte,  hätte  nur
eine  kurze  Strecke  mit  den  sächsischen  Herzogtümern,  dann  mit
Bayern  zu  tun.  Nur  die  Werraregulierung  oder  -Kanalisierung  liegt
in  Hessen.  Für  die  Kapitalkraft  der  herzoglich-sächsischen  Länder
war  der  Plan  damals  von  vornherein  zu  weitsichtig.  Die  erste
Aussicht  bot  Kurhessen,  wenn  der  reiche  Kurfürst  für  die  Anlage  zu
gewinnen  war.  —  Nur  Bremerhaven  ist  damals  erreicht  worden,  der
andere  Faktor  fehlt  noch.  Die  Verbindung  Main—Weser  ist  zunächst
nicht  wieder  vergessen  worden,  aber  man  glaubte  später  durch
Eisenbahnen  Flüsse  verbinden  zu  können,  und  der  Plan  des  Kanals
ist  dagegen  zurückgetreten.
In  den  von  Hormayr  in  seinen  Fragmenten  gesammelten
Artikeln  ist  manchmal  nur  von  der  Verbindung,  dann  von  der
Eisenbahn  die  Rede. 3 )
Und  auch  die  Jahresberichte  der  Vereinigten  Weser-Dampfschiffahrtsgesellschaft
  denken  vor  allen  an  eine  Ausnutzung  der
Werrastrafse  durch  Bahnanschlüsse,  wenn  sie  auf  den  Anschlufs  nach
dem  Süden  ihre  Hoffnung  setzen. 4 )
*)  Äußerungen  Pfeiffers,  des  Vermittlers  des  Kurfürsten  mit  Rothschild,
etc.  in  Heinekens  Bericht,  und  die  übrige  Korrespondenz.  Akten  des  Bremer
Staatsarchivs.
2 )  Akten  des  Br.  St.-A.
3 )  (v.  Hormayr),  Fragmente  über  Deutschlands  insonderheit  Bayerns
Welthandel  und  die  Freiheit  der  Ströme,  I,  1840,  S.  13,  II,  1841,  S.  21—22.
4 )  Jahresberichte  des  damaligen  Direktors  Dr.  G.  Wermuth,  Advokat  und
Senator  in  Hameln,  später  Polizeidirektor  in  Hannover  und  Landdrost  in
Hildesheim,  der  sich  nach  Duckwitz  Zeugnis  sehr  darum  verdient  machte,  die
hannoversche  Regierung  für  die  Beseitigung  der  Schiffahrtshindernisse  in  der
Weser  umzustimmen,  in  Jahrg.  1844,  S.  36;  s.  a.  Jahrg.  1846,  S.  ö,  wo  von  der
Eisenbahn  die  Rede  ist  und  1847,  S.  60,  [Gedanke  der  Bahn  begegnet  auch
schon  1823  (Bremer  Staatsarchiv)  einmal]
            
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