Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Befürwortern  des  Planes  agitatorisch  verwertet  wird 1 ).  Man  betonte
damals,  dafs  die  Korrektion  bisher  den  gewollten  Erfolg  nicht
erreicht  habe  und  eine  Verbindung  auch  von  Bremen  Stadt  nach
See  nötig  sei,  wobei  man  dies  Projekt  durchaus  nicht  gegen
Bremerhaven  ausspielen  dürfe.  Die  Idee  des  Kanals  wurde  1872  in
Bremer  Blättern  lebhaft  bekämpft,  auch  die  Frostgefahr  etc.  und
dafs  Bremerhaven  vollkommen  ausreiche,  aufgeführt 2 );  schliefslich
ist  die  Idee,  die  allen  Korrektionen  und  Kanalplänen  zu  gründe
lag,  doch  durch  die  Korrektion  durchgeführt  worden,  als  es  sich
als  unabweisbar  erwies,  auch  Bremen-Stadt  wieder  an  die  See  anzu»
schliefsen,  und  das  Gleichgewicht  der  im  Unterweserhandel  wirkenden ­
  Kräfte  herzustellen.
Das  Stück  des  Mittellandkanals  Minden—Lippe  ist  kurze  Zeit
aktuell  gewesen  während  des  Streites  zwischen  Preufsen  und
Holland,  reduzierte  sich  dann  aber  auf  die  beiden  bereits  erwähnten
Eisenbahnaktiengesellschaften 3 ).  Die  Presse  verlangte  in  der

')  Auch  die  älteren  Bremer  Kanalpläne  fallen  zeitlich  mit  Amsterdamer
Plänen  zusammen,  1819  bis  25  bauten  die  Amsterdamer  den  Noord-Hollandschen
Kanal  nach  Nieuwediep,  dessen  Mündung  aber  nachher  doch  wieder  Versandungen
ausgesetzt  war.  Der  Baumeister  Bremerhavens  van  Bonzelen  wurde  von  diesen
Arbeiten  herühergeholt.
a )  Vgl,  Bremen  in  Noth,  eine  Denkschrift,  Bremen  1872,  worin  eine
Anzahl  Prefsstimmen  gesammelt  erscheinen  ;  Weserzeitung  1870,  Nr.  8262,  8384  ;
Bremer  Handelsblatt  1870,  Nr.  954  ;  Bremer  Courier  1869,  Nr.  303  und  1870,
Nr.  27  ;  Morgenpost  1869,  Nr.  265,  292  u.  a.
8 )  Vgl.  die  an  anderer  Stelle  angegebene  Eisenbahnliteratur.  Der  Plan
wurde  namentlich  von  dem  westfälischen  Oberpräsidenten  Ludwig  von  Vincke
betrieben.  Er  wollte  den  Kanal  zwischen  Vlotho  und  Minden  die  Werre  aufwärts ­
  nach  der  Lippe  führen  (Bremer  Staatsarch.  1824)  vgl.  das  französische
Projekt.  Die  Kanallinie  liegt  innerhalb  der  Provinz  Westfalen.  (Vgl.  a.
D.  Reinhold  u.  J.  Oltmanns,  Der  deutsche  Handelskanal,  1817,  S.  50  ff.
HO).  Vincke  versuchte  auch,  nach  englischem  Muster  zu  Aktienzeichnungen
bei  Chausseebauten  etc.  anzuregen.  Bekanntlich  ist  diese  Form  in  Deutschland
namentlich  den  Eisenbahnen  zu  gute  gekommen,  als  der  Wohlstand  gestiegen
war.  (S.  v.  Treitschke,  Deutsche  Geschichte,  II-  Teil,  1897,  S.  261,  265.)
1840  agitierte  Fritz  Harkort  für  den  Kanal.  Zu  den  älteren  Plänen  vei-gl.  auch
Westfälischer  Anzeiger  oder  Vaterländisches  Archiv  zur  Verbreitung  des  Guten
und  Nützlichen,  XXVI.  Bd  ,  Nr.  4,  vom  13.  Jan.  1816,  Sp.  51  ff.,  Nr.  20,  vom
9.  März  1816,  Sp.  361  ff.,  Nr.  22,  vom  16.  März  1816,  Sp.  40  ff.  u.  a.  Es
wird  darin  die  Verbindung  Lippe—Neete,  Diemel—Alme—Lippe  besprochen  und
auch  an  eine  weitere  Verbindung  nach  der  Elbe  und  zwar  durch  einen  Kanal
Werra—Unstrut—Saale,  dazu  gerade  Chausseeverbindung  Weser—Magdeburg
gedacht.
            
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