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Das wichtigste postalische Ereignis speziell für Bremen und
auch eins der wichtigsten tür Deutschland war aber die Post
konvention mit Amerika und die Erlangung der amerikanischen
Postdampferlinie der Ocean-Steam-Navigation-Company 1 ), des Yor-
*) Duckwitz, D., a. a. 0,; F. Graue, Die Gründung der ersten deutsch-
amerikanischen Postdampfschiffslinie, im Archiv für Post und Telegraphie,
XXXI. Jahrg., 1903, S. 129 u. 169 ff.; J. G. Kohl, Skizzen aus Natur- und
Völkerleben, I. Teil, Dresden 1851, S. 308 ff.; u. a. ; Stephan, Geschichte
der Preufsisohen Post, S. 650; J. L. Tellkampf, Essays on law reform,
commercial policy, banks, penetentiaries etc. in Great Britain and the United
States of America, Berlin 1874; Die Anfänge der Post-Dampfschiffahrt zwischen
Deutschland und Amerika, Deutsches Postarchiv, 1876, S. 590 ff,; Zur Geschichte
der Postschiffahrt in England, Archiv für Post und Telegraphie, 1887, S. 18 ff.;
Geschichte des Dampfschiffswesens im Nordatlantisohen Ozean, ebenda, 1900,
S. 466 ff.; Llcydliteratur; Peters, Die Entwicklung der deutschen Reederei;
Moritz Lindeman, Zur Geschichte der älteren Handelsbeziehungen Bremens
mit den Ver. Staaten von Nordamerika, Bremisches Jahrbuch, X. ßd., S. 124 ;
F itg e r u. a.
In dieser Zeit wurde zwischen Bremen und Bremerhaven bei der hier
besonders nötigen engsten Verbindung der erste elektromagnetische Tele
graph zu Verkehrszweoken in Deutschland bezw. auf dem Kontinent von
dem Kapitän J. W. Wendt angelegt, der durch die Route London—Slough, mit
der man noch sehr geheimnisvoll umging, 1841 die Anregung bekam. Seit 1843
bestand ein optischer Telegraph, der seit 1839 die Konzession erhalten hatte,
auf der Bremerhavener Route und bis Kuxhaven, der auch noch einige
Jahre in Betrieb blieb. Die Eröffnung des elektrischen Telegraphen, für dessen
Betrieb und Finanzierung der Bremische Telegraphenverein gegründet war,
erfolgte am 1. Januar 1847. 1854 bescblofs die hannoversche Regierung, das
Telegraphenwesen zu verstaatlichen, die 1850 gebaute Fortsetzung nach Kux
haven, durch die man mit Hamburg in Verbindung gekommen war, wurde an
Hannover übergeben, jedoch durch Vertrag vom 26. Mai 1854 das Fortbestehen
der bremischen Verbindung zwischen Bremerhaven und Bremen, wozu noch
eine Zweiglinie Marssei—Vegesack, die 1855 ausgeführt wurde, kommen sollte,
für den internen bremischen Verkehr gesichert. Der 1850 eingerichtete Eisen
bahntelegraph nach Hannover wurde 1852 dem öffentlichen Verkehr übergeben.
Am 24. April 1855 sohlofs Duokwitz zwei Verträge wegen des von dem Baurat
van Ronzelen ausgearbeiteten Projekts des Hohenweg-Leuchtturms und des
damit in Verbindung stehenden Telegraphen nach Oldenburg und dem Leucht
turm (1856 nach Elsfleth, 1857 nach dem Leuohtturm eröffnet), wobei sich
Bremen ausbedang, ein Kabel nach Helgoland weiterführen zu dürfen. Als die
englische Submarine-Telegraph-Company ein Kabel England—Helgoland—Tön
ning verlegt hatte, verhandelte man 1865 auch über den Anschlufs Helgoland—
Hoherweg, der sich dann durch die Linie England—Norderney—Bremen er
übrigte. Nach Vertrag vom 18. Juni 1868 stellte der Bremische Telegraphen
verein seine Tätigkeit am 31. Dezember 1868 ein. Die vorhandenen Tele
graphenlinien der oldenburgisch-bremischen Staatstelegraphen und des Vereins
gingen, nachdem durch die Ereignisse von 1866 Preufsen die meisten selbstän-