Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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zuführen,  das  trifft  also  namentlich  die  Mindener  und  Braunschweiger
Strafse,  ist  bis  1866  keine  als  Chaussee  ausgebaut  worden  und  sie
haben  auch  heute  noch  keine  Bahn.  Der  Verkehr  hat  sich  weggezogen. ­
  —  Immerhin  tritt  beim  Bahnbau  die  eigentliche  Handelsrivalität ­
  stärker  hervor.  Man  ersah  nicht  mehr  die  Möglichkeit,  den
Transit  in  der  beim  alten  Achsverkehr  üblichen  Weise  im  Lande  und
durch  die  städtische  Spedition  ausnutzen  zu  können,  und  fühlte
um  so  mehr  Veranlassung,  die  Handelsstädte  selbst  in  das  Land  zu
ziehen.  Das  Resultat  ist  aber  ein  ähnliches.  Bei  dem  älteren
hamburg-englischen  Projekt  einer  Bahn  von  Hamburg  auf  Hannover
und  Braunschweig  ergaben  sich  die  Hauptschwierigkeiten  daraus,
dafs  man  sich  in  Hannover  unter  keinen  Umständen  auf  eine  Überführung ­
  der  Eisenbahn  über  die  Elbe  bis  nach  Hamburg  einlassen,
vielmehr  Harburg  zunächst  die  gewohnte  Spedition  erhalten  und
später  einen  grofsen  neuen  Hafen  dort  ins  Leben  rufen  wollte, *  1 )
und  dafs  man  Braunschweig,  das  damals  noch  bedeutende  Eigeuhandelsstadt
  war,  und  als  solche  durch  den  hannoverschen  Zollanschlufs
  noch  gewann,  während  Hannover  wesentlich  nur  Spedition
hatte,  zunächst  nur  über  Hannover  Anschlufs  nach  Hamburg
geben, 8 )  dann,  wenn  man  diesen  über  Celle  wenigstens  zugestand,  doch

*)  Vgl.  u.  a.  (Taylor),  Remarks  on  the  proposed  rail-way  from  Hanover
and  Brunswick  to  Hamburg,  part  II,,  Hamburg  1835,  p.  44,  48  ff.,  52  ff.,  auch
Protokoll  des  Bremischen  Eisenbahnkomitees  vom  23.  Dez.  1835,  Bremer  Staatsarchiv. ­
  Taylor  will  für  sich  und  seine  Gesellschaft  ablehnen,  wenn  ihm
nicht  erlaubt  werden  soll,  Personen  und  Güter  über  die  Elbe  zu  führen.  —
S.  ferner  Über  die  Anlage  einer  Eisenbahn  im  Königreiche  Hannover  unter
besonderer  Berücksichtigung  der  neuesten  über  diesen  Gegenstand  zu  Haarburg
und  Hannover  erschienenen  Schriften,  nebst  Bemerkungen  über  die  Hafenanlage
bei  Haarburg,  Altona  1840;  weitere  Literatur  dort  und  bei  Fr.  v.  Reden,  Das
Königreich  Hannover,  II.  Abt.,  1839,  S.  385;  Zur  Eisenbahn  von  Hannover  und
Braunschweig  nach  Hamburg,  oder  die  Frage:  Soll  die  Eisenbahn  durch  eine
Brücke  über  die  Elbe  mit  Hamburg  in  Verbindung  gebracht  werden  oder  nicht?
von  einem  Hannoveraner,  Hamburg  1835;  Darstellung  einiger  Verhältnisse
in  Beziehung  auf  die  Hamburg—Hannoversche  Eisenbahn,  Hannover  1835;
F.  Glünder,  Beitrag  zu  näherer  Beurtheilung  einer  Eisenbahn-Anlage  in  der
Richtung  von  Hannover  —  Celle  —  Haarburg,  Hannover  1837;  Hannovers  Seeschifffahrt, ­
  I,  Heft  Harburg-Geestemünde,  Leer  1863,  S.  17  ff.  Weserzeitung
1.  Dez,  1873.
2 )  1835  Dez.  8.  schreibt  der  braunschweigische  Kammerrat  v.  Arnsberg:
Braunschweig  kann  es  sich  niemals  gefallen  lassen,  seine  Verbindung  nach  Hamburg ­
  über  Hannover  zu  suchen.  (Bremer  Staatsarchiv,  Protokoll  des  bremischen
Eisenbahn-Komitees  vom  16.  März  1836.)  Vgl.  w.  Über  die  Anlage  einer  Eisenbahn ­
  im  Königreiche  Hannover,  Altona  1840,  S.  9.
            
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