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reich cingeführt werden können. Ist es h^end jemandem zweifelhaft, daß die Beantwortung
dieser Fragen jeden Techniker aufs äußerste interessieren muß? Aber
nicht nur hier, wo es sich um Menschen handelt, führen uns die modernsten
Bestrebungen aus dem Gebiete der Technik in das Gebiet der Wirtschaft,
Die Bemühungen, technische Vereinheitlichungen durdhzuführen,
sind ebenfalls wirtschaftlicher und gesellschaftstechnischer Art. Es
handelt sich um eine vorwiegend technische Fragestellung, so lange man aus
den zahllosen Formen der Schrauben und Automobilbereifungen die zweckmäßigsten
aussondert. Wir gehen aber bereits ins wirtschaftliche Gebiet über, wenn
wir unter gleich guten Formen eine als Typus auswählen, um so unnützen Kraftaufwand
hei der gleichzeitigen Herstellung mehra-er gleich guter Formen zu
vermeiden. Die Normung und Typisierung geht so schrittweise ins Gebiet
der Gesellschaftstechnik hinüber, nodi mehr gilt dies von der Spezialisierung^
deren Durchführung große wirtschaftliche Umwälzungen zur Folge haben kann.
Kurzum, wo wir hinWicken, sehen wir die modernsten technischen Bestrebungen
eng mit wirtschaftlichen verbunden, Maschinen-, Arbeits-, Betriebs- und Gesellschaftstechnik
hängen untereinander zusammen und sind, wie wir eingangs sahen,
auch geistig in mehr als einer Hinsicht einander verwandt.
Diese Verwandtschaft wird immer deutlicher zutage treten, weil wir die
Volkswirtschaft als Ganzes zu meistern unternehmen. So lange die freie Verkehrswirtschaft
in erheblidiem Ausmaß herrschte, nahm man vielfach an, die
Bedürfnisse aller würden am besten befriedigt werden, wenn nur jeder seinem
Vorteil nachjage. Wenn der Unternehmer den größtmöglichen Reingewinn
anstrebe, werde er von selbst möglichst gute und möglichst viel Waren erzeugen,
um seine Abnehmer zu befriedigen, ^währe sich eine Ware und erziele ihr
erster Erzeuger besonders hohe Gewinne, so komme alsbald die Konkurrenz,
erzeuge ebenfalls diese Ware, ihre Menge nehme zu, ihr Preis sinke, was alles
für den Konsumenten sehr vorteilhaft sei. Es zeigte sich aber, daß innerhalb
der überlieferten Ordnung dies Verfahren zu traurigen Ergebnissen führte. Wie
die plötzliche Neueinführung arbeitsparender Maschinen unter Umständen wirken
könne, haben wir schon gesehen. Die bloße Tendenz, die Produktion um des
Reingewinnes willen auszudehnen, kann namenloses Elend mi sich bringen;
steigt die Produktion immer mehr, so kann ein Augenblick eintreten, in dem
durch einen Mehrabsatz zu billigeren Preisen kein erhöhter Reingewinn mehr
erzielt werden kann und die Unternehmer, welche mit Kreditverpflichtungen
belastet sind, zum Konkurs gedrängt, mindestens aber zu einer Produktionseinschränkung
veranlaßt werden. Arbeiter werden entlassen, Waren Unter Verlust
losgeschlagen, viele Betriebe eingestellt, bis schließlich „die Krise überstanden“
ist. Manche nicht unbedeutende Denker sahen in all dem nicht eine
Minderwertigkeit der Gesellschaftsmaschine, sondern sprachen nicht ungern von
dem „Heilungsprozeß der Wirtschaft“, von der „Wellenbewegung“ der Entwicklung.
Nicht wenige nahmen derlei „historisch“ hin, andere waren sogar empört,
wenn Einzelne im Kampf für das menschliche Glück Änderungen anstrebten, und
nannten ein solches Streben wohl gar materialistisch und gemein.
Die überlieferte Wirtschaftsordnung der freien Konkurrenz wurde durch den
Krieg wesentlich verändert. Man erkannte plötzlich, daß große gemeinsame
Ziele am besten durch einheitliches Vorgehen erreicht würden. Man traute
dem Gewinnstreben als alleinigen Anreiz nicht; es konnte ja auch allzu leicht
Vorkommen, daß ein staatsfeindliches Verhalten im freien Wettbewerb höher
bezahlt würde. Einfuhr- und Ausfuhrverbote, zentrale Bewirtschaftung der Ernährung,
der Metalle, der Kohle und vieler anderer Rohstoffe waren an der
Tagesordnung, wr allem im Interesse der Heeresverwaltung und der breiten
Massen. Aber nicht nur bei uns, auch im feindlichen Auslande wurde so verfahren.
Als Amerika die Farbenproduktion in Angriff nahm, suchte nicht jede
einzelne Fabrik in überlieferter Weise sich eines Chemikers zu bemächtigen,
damit nun an zahllosen Stellen chemische Experimente luntemommen würden.
Man fand es weit zweckmäßiger, ein großes Laboratorium für alle Fabriken
gemeinsam zu errichten und nun möglichst arbeitsparend die erforderlichen
Versuche durchzuführen, um die Ergebnisse allen zugänglich zu machen. Die
Gesamtheit der chemischen Fabriken bildete in dieser Hinsicht gewissermaßen