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Es gibt Bergwerke, die in Friedenszeiten anszunützen nicht rentabel ist Es
gibt, wie wir schon erwähnten, Land, das für Ackerbau und Viehzucht in
Friedenszeiten nicht Verwendung findet. vienzucnr m
Auf die Warenreserven, insbesondere auf die Lebensmittelreserven
werde ich noch zurückzukommen haben. Sie werden in Friedenszeiten im alle-emeinen
sukzessive aufgebraucht. Nur Waffenreserven und ein Teil der Sanitñsreserven
gehen in Friedenszeiten langsam zugrunde und müssen erneuert werden.
Von ganz anderer Bedeutung sind die Geldreserven. Soweit es sich
um Inlandgeldreserven handelt, sind sie von geringer Bedeutung, da es ein Verwaltungsproblem
ist, ob man die Kriegsmittel im Inlande durch Kauf oder durch
Requisition beschafft. Es ist auch denkbar, daiß die Geld- und Kreditordnung
im Kriegsfälle überhaupt suspendiert werden müß. Die Aus la ndsge Id res erven
repräsentieren Forderungskräfte an das Ausland, ihre Verwertung hängt wesentlich
von der politischen Situation ab. Auch diesen Reserventypus werden wir eingehend
zu besprechen haben.
Die Ausführung über die ungenügende Ausnützung der produktiven Kräfte
könnte leicht den Eindruck hervorrufen, daß alle Reserven solcher ungenügender
Ausnützung ihren Ursprung verdanken. Dies ist nun nicht der Fall. Keine gesellschaftliche
Organisation kann alle Reserven ausschalten. Für jeden Menschen,
der in der gesellschaftlichen Ordnung eine bestimmte Stellung einnimmt, muß
z. B. immer der Nachfolger bereit sein, der ihn ersetzen kann, wenn er ausscheiden
sollte. Dieser Nachfolger wird, solange er warten muß, eine Stellung innehaben,
die seinen Fähigkeiten nicht voll entspricht. Ähnliches sehen wir auf Schritt und;
Tritt. Wir sehen auch bei einer nur flüchtigen Erörterung des Reservenproblems,
daß wir nur durch Berücksichtigung sehr allgemeiner Gesichtspunkte zu einigermaßen
brauchbarer Urteilsbasis gelangen können.
4. Arten der kriegswirtschaftlichen Bedarfsdeckung.
Gehen wir nun zur Güterbeschaffung für den Kriegsfall über. Es handelt
sich sowohl um die Bereitstellung der Kriegsmittel im engeren Sinne, als auch
um die Beschaffung von Nahrung und sonstigen Bedarfsartikeln für die Armee
und Zivilbevölkerung. Diese Beschaffung kann entweder im Rahmen der Qeldund
Kreditordnung in kommerzieller Weise erfolgen, oder aber mit Hilfe entsprechender
Verwaltungsmaßnahmen; im Falle eines Krieges
ist mit erheblichen Eingriffen der Staatsgewalt zu rechnen.
Wie weit solche Eingriffe für die weitere Entwicklung des bürgerlichen Lebens
von Vorteil oder Nachteil sein können, haben wir hier nicht näher zu erörtern.
Ob man die Güterbeschaffung durch Geld vorzieht oder die Beschaffung
auf dem Verwaltungswege, ist nicht nur eine Frage des fiskalischen Interesses,
sondern auch eine von grundsätzlicher sozialer Bedeutung. Gesellschaftliche
Gesichtspunkte spielen heute bei der Güterversorgung eine größere
Rolle, als vor etwa einem Menschenalter. Diese Tendenz macht sich auch auf
kommerziellem Gebiete geltend, und wir können sowohl im Geld-, als auch im
Kreditwesen erhebliche Eingriffe der Regierungen beobachten. Auf dem Gebiete
der Heeres Wirtschaft wird man sich einerseits in militärischen Kreisen immer
stärker der Wichtigkeit kommerzieller Betriebsformen bewußt und trachtet darnach,
interne Einrichtungen dem modernen Geschäftsleben entsprechend umzugestalten;
man sucht aber auch mit den Banken und sonstigen Instituten unmittelbarer, als
dies früher üblich war, in Kontakt zu treten, um so die Interessen der Armee
besser wahren zu können. Anderseits wird heute der fiskalische Gesichtspunkt,
der zum Teil mit jenem des Kaufmanns zusammenfällt, in Maßnahmen der Heeresverwaltung
und mit ihr in Verbindung stehender Behörden nicht mehr so ausschließlich
wie früher eingenommen; sozialpolitische Momente treten häufig
hervor, insbesondere bei der Beschaffung von Naturalien und bei der Beschaffung
von Artikeln, die vom Kleingewerbe geliefert werden können. Die Förderung
der Landwirtschaft ist ebenso ein Ziel des Staatsganzen, wie die Förderung der
Armee, die selbst ein Mittel zur Durchsetzung staatlicher Zwecke darstellt. Es
kann daher ganz gut Vorkommen, daß man den Bedarf für die Armee so deckt.