Full text : Die Arbeiterfrage

..
NMtcnoMMraMHi

Jhr.

M.

31

32

21,-33



16,-25,-





142

3  I  16,50

Ich  habe  schon  festgestellt,  daß  meine  Bedürfnisse ­
  klein  sind,  daß  also  der  geringe
Lohn  das  kleinere  Übel  ist,  gegenüber  der
Abhängigkeit  vom  Unternehmer,  und  wenn
auch  jeder  Mensch  bis  zu  einem  gewissen
Grad  nach  einer  realen  Sicherheit  seiner  Existenz ­
  trachtet,  was  ich  auch  auf  meine  Person ­
  beziehe,  so  wäre  mir  doch  nicht  viel  an
Reichtum  gelegen  und  Freiheit  der  Persönlichkeit, ­
  der  Seele  ungehindertes  Schaffen
und  Ringen,  Unabhängig  von  den  kleinlichen
Sorgen  des  Alltags  wäre  meine  Fata  Morgana.
  (2.)  [T.F.]
Die  Abhängigkeit  drückt  mehr.  Ein  Käfig,
wenn  er  auch  vergoldet  ist,  ist  darum  doch
ein  Käfig.  Der  Hund,  der  an  der  Kette  liegt,
mag  er  auch  das  beste  Futter  erhalten,  bleibt
darum  doch  ein  Hund.  Es  ist  nicht  leicht
unter  Sklavenfesseln  die  Menschenwürde  zu
wahren.  Ich  hasse  und  verachte  die  Gesellschaft, ­
  die  go°/o  ihrer  Glieder  verkommen
läßt.  (1.)  [T.F.]
Mich  drück  am  meisten  der  geringe  Lohn,
weil  es  nicht  immer  zulangt  und  infolgedessen ­
  leichte  Zerwürfnis  entstehn  und  dadurch ­
  die  Kindererziehung  leidet.  (3.)  [T.  B.]
istens  schon  der  geringe  Lohn,  und  2tens
die  hinderlistige  schlechtge  Behandlung  von
seiten  dem  Werkführer  und  Stuhlmeister
hier  heißt  es  zuerst  Geld  spicken  und

dann  Geld  verdienen  sowie  obendrein  noch
Arbeiten  wie  in  einem  Zuchthaus  und  dann
noch  nichts  verdienen  das  ist  mein  Los
welches  ich  jedien  Tag  durch  zu  machen
habe.  (3.  t.)  [T.F.]
Ich  lasse  mir  von  nichts  drücken.  Als
Kampfnatur  ist  mein  Wahlspruch:  Vorwärts.
(3-)  [T.F.]
Es  drükt  mich  sehr  der  geringe  Lohn,  aber
noch  mehr  die  abhängigkeit  des  Arbeitgebers ­
  daß  habe  ich  zu  kosten  bekommen
durch  die  maßregelung  wegen  meiner  freien
Überzeugung.  (3.)  [T.  F.]
Druck  verspüre  ich  gerade  nicht,  denn  hier
lebt  das  Herz  und  zwar  —  vom  Hoffen.  (3.)
[T.F.]
Mich  drückt  nicht  nur  das  oben  angeführte,
sondern  auch  das  protzenhafte  Auftreten  so
manches  reichen  Taugenichts,  der  obendrein
noch  ein  halber  Idiot  ist,  und  trotzdem,  infolge ­
  seines  vollen  Geldsakes,  die  meisten
persönlichen  Rechte  in  Staat  und  Gesellschaft ­
  besitzt.  Viele  Reiche  kommen  mir
vor,  wie  eine  Schaar  roher  Buben,  die  einen
Frosch  ins  Wespennest  gejagt,  und  sich  an
seinen  Qualen  weiden.  (1.)  [T.  F.]
Beides.  Aber  ganz  frei  wird  der  Mensch  nie,
denn  er  ist  ein  Herdentier.  (2.)  [T.  B.]

143
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.