Full text : Die Arbeiterfrage

Metallarbeiter ­


Beides  trifft  bei  mir  nicht  zu.  Ich  meide
schon  viele  Jahre  jeden  Alkoholgenuß,
halte  die  Abstinenz  für  die  höchste  Vorbedingung ­
  der  Arbeiterbewegung.  Damit
will  ich  nicht  sagen,  daß  die  Arbeiter  Asketen ­
  werden  sollen,  aber  sie  sollen  nur
kulturfördernden  Genüssen  fröhnen.  Die
meisten  Arbeiter  finden  leider  kein  Vergnügen ­
  in  der  Familie.  Es  geht  ihnen  so
wie  mir.
Ich  habe  mich  entwickelt,  während  meine
Frau  trotz  aller  erdenklichen  Mühe  dieselbe ­
  blieb.  Sie  ist  ja  ein  Muster  von  einem
braven  Weib,  aber  ich  kann  nun  einmal
nicht  im  Weibe  nur  das  Weib  lieben,  wenn
sie  nicht  mit  mir  fühlt,  denkt,  (i.  t.)  [M.  S.]
Um  die  Gedanken,  die  mich  beschäftigen,
auszuspinnen,  ist  das  Wirtshaus  der  allerungeeignetste
  Ort.  Alkohol  ist  mir  ein
Greuel,  mein  körperlicher  Organismus  hält
nur  dem  allergeringsten  Quantum  stand.
Ein  wenig  darüber  und  ich  bin  zu  einer

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physischen  oder  geistigen  Arbeit  minderwertig. ­
  (2.)  [M.  S.]

40

1

28,—

Metall-Meine

  Familie  und  ich  sind  eng  verbüß-:

arbeiter

den  miteinander  in  Freud  und  Leid.  Ich
liebe  und  verehre  Frau  und  Kind,  kenne
keinen  Alkohol.  (2.)  [M.  S.]

41

3

35,—

Former

Meine  größte  Freude  ist,  wenn  ich  am
Abend  von  der  Arbeit  heimkehfe,  dem
lustigen  Geplauder  meiner  Lieblinge  zu
lauschen.  Alkohol  halte  ich  für  das  größte
Gift  der  Menschheit.  Nach  den  Erfahrung
gen,  die  ich  gemacht  habe,  ist  mir  jedes-:
mal  nach  dem  Genuß  von  Alkohol  die
Lust  zur  Arbeit  vergangen.  (2.)  [M.  B.]

42

6

28,—

Former

Manchmal  treibt  mich  das  Elend  und  die
schlechte  Lebensart  ins  Wirtshaus.  Dann
vergesse  ich  solange  den  Kummer,  den  ich
mir  mache,  weil  meine  Familie  nicht  anständig
  ernähren  kann.  (3.  t.)  [M.  O.]

43

2

38,—

Werk-Meine

  Familie  ist  mir  die  Oase,  auf  die

zeugmich

  zurückziehe,  wenn  die  Widerwärtigschlos-



  des  Lebens  auf  mich  eindringen.

ser

Meine  Frau  ist  mir  der  beste  Kamerad
und  der  verschwiegenste  Freund.  Schnaps
trinke  ich  seit  zwanzig  Jahren  nicht  mehr.
(2.)  [M.B.]

44

4

28,—

Metall-Ab

  und  zu  einen  kleinen  Schnaps.  Befinde

arbeiter  mich  sehr  wohl  dabei.  (3.)  [M.  S.]

277
            
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