Full text : Die Arbeiterfrage

Gehen  Sie  oft  in  den  Wald?  Was  denken  Sie,  wenn  Sie  auf
dem  Waldboden  liegen,  ringsherum  tiefe  Einsamkeit?
Metallarbeiter.

Jhr.
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21
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23

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30,—
32,—

28,—

Wie  schön  ist  es,  frei  von  einem  gebieterischen ­
  Unternehmer  in  der  Natur  zu  sein,
(i.)  [M.O.]
Ich  denke,  wie  sich  des  Menschen  Seele
so  recht  erholen  kann  in  dem  einsamen
Walde.  (3.)  [M.S.]
Gehe  nicht  in  den  Wald.  (3.  t.)  [M.  B.]
In  den  Wald  gehe  ich  oft.  Er  ist  meine
Kirche,  die  Natur  mein  Gott.  Da  möchte
ich  auf  jubeln  in  heller  Freudigkeit  und  Lust,
(z.)  [M.B.]
In  der  Stadt,  wo  ich  erzogen  wurde,  und
noch  obendrein  in  einem  jüdischen  Ghetto,
wurde  auf  die  Schönheit  der  Natur  kein  Gewicht ­
  gelegt.  Ich  will  nicht  behaupten,  daß
das  Schöne  an  sich  (Ästhetik)  sofern  sie
der  Ethik  nicht  dient,  verachtet  wird.  Ganz
anders  ist  es  mit  mir  geworden,  als  ich  nach
Berlin,  der  Stadt  Alexander  von  Humboldts,
kam.  Da  hat  sich  in  mir  die  Ästhetik,  die
bisher  untergeordnete  Magd  der  Ethik  war,
losgerissen  und  wurde  ein  selbständiges
Wesen.  Jetzt  wandere  ich  oft  in  die  freie
Natur  und  denke  ich  an  Fausts  Wort:  „Wie
fasse  ich  Dich,  unendliche  Natur?“  (2.)
[M.B.]

374

Alter  jj

Anzahl  der
Kinder

Durchschn.
Wochenverdienst ­


Jhr.

M.

25

—

32,—

Dann  glaube  ich  die  Gottheit  verspüren  zu
können  und  sinne  ihr  nach.  (2.)  [M.  B.]

26

1

29,—

Bin  von  Jugend  an  im  Walde  gewesen.  Die
Eindrücke  haben  sich  in  meinem  Innern
festgewurzelt,  fühle  mich  eins  mit  dem
Rauschen  der  Bäume,  in  dieser  steten  Stille,
wo  man  Ruhe  findet  vor  dem  grausamen
Kampf  ums  Dasein.  (3.)  [M.B.]

27

31,—

Als  guter  Katholik  ziehe  ich  die  Einsamkeit
des  Waldes  vor  pnd  stelle  dann  Betrachtungen ­
  an  über  gute  und  schlechte  Menschen. ­
  Daß  es  nicht  richtig  ist,  wenn  Geistliche ­
  den  Segen  über  den  Soldaten  herabflehen, ­
  die  ihre  Brüder  töten  sollen.  Hat
Gott  die  Menschen  geschaffen,  damit  Einzelne ­
  den  Wald  als  ihr  Eigentum  betrachten ­
  können?  (3)  [M.S.]

28

2

36,—

Da  fühle  ich  aller  Proletarier  Elend  am
meisten,  und  wiederum  fühle  ich  mich  groß
und  frei,  da  ich  da  mein  eigener  Herr  bin
und  machen  kann,  was  mir  beliebt.  (3.)
[M.B.]

29

4

22,—

Wenn  ich  hier  die  Luft  könnte  alle  Tage
genießen.  (4.  t.)  [M.  O.]

30

3

32,—

Dann  denke  darüber  nach  über  das  Werden
und  Vergehen  im  Weltall.  Denke  an  die
Zeit  der  Urperiode  und  dann,  wie  die  ersten
Lebewesen  die  Erde  bevölkerten.  Mein  Ohr
glaubt  die  wuchtigen  Hiebe  der  Streitaxt  zu
375
            
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