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Die beiden Hauptwerke Smiths behandelten zwei Teile des
Cyklus seiner Vorlesungen, die mit der natürlichen Theologie begannen,
daran die Ethik, das Naturrecht und die Politik knüpften. Sein erstes
Werk behandelt den Gegenstand der Ethik, das zweite den größten
Teil der Politik. Wir haben es hier zunächst nur mit dem zweiten
zu thun und kommen nur am Schluß der Betrachtung auf das erstere
Werk noch zurück. .
Das Buch zerfällt in fünf Teile. Der erste behandelt hauptsächlich
die Lehre vom Werte, vom Preise und von den Arten des Einkommens,
der zweite die Lehre von der Produktion, der dritte die
verschiedenen Arten gewerblicher Thätigkeit, der vierte den Handel,
der fünfte die Finanzwissenschaft.
Irsachen des Wie es der Titel‘ des Werkes besagt, sucht Smith darzulegen,
Volkswohl- worin der Reichtum eines Landes besteht und wodurch er gefördert
standes, erden kann. Der Reichtum besteht nach ihm in den fortdauernd
neu erzeugten und zur Befriedigung der Bedürfnisse disponiblen
Gütern, wobei der Wert der Güter entscheidend ist. In der Volkswirtschaft
kommt es nicht nur auf die natürliche Brauchbarkeit der
Gegenstände an, sondern wie die Güter im Tauschverkehre geschätzt
werden; also auf den Tauschwert. Auf Werterhöhung ist mithin die
wirtschaftliche Thätigkeit gerichtet, in Werterhöhung besteht die Produktion,
und diese wird durch menschliche Arbeit bedingt. Die auf
die Hervorbringung eines Gutes aufgewendete Arbeit bestimmte ursprünglich
allein den Wert desselben, und da bei Ausbildung der
Arbeitsteilung Jeder den größten Teil seiner Befriedigungsmittel der
Arbeit Anderer verdankt, so richtet sich der Tauschwert einer Ware
nach der Menge der Arbeit, die er damit eintauschen kann. Die
Arbeit ist somit der Maßstab des Tauschwertes und bestimmte ursprünglich
den Preis der Ware. Auf höherer Stufe der Kultur, nach
Ausbildung des Privateigentums und der allgemeinen Anwendung des
Kapitals bei der Produktion zerfällt aber der Preis der Ware in
Arbeitslohn, Kapitals- und Grundrente, da auch für die mitbenutzten
Produktionsfaktoren Grund und Boden und Kapital an die Inhaber
derselben ein entsprechender Anteil abgegeben werden muß. Die
Arbeit kann nun durch Arbeitsteilung produktiver gemacht und der
Volkswohlstand gehoben werden, vor allem durch Verallgemeinerung
der Arbeit, resp. Einschränkung der nichtproduzierenden Bevölkerung,
wie sie besonders in den Mönchen, der übermäßigen Zahl von Dienstpersonal,
wie auch Beamten zu Tage tritt; dann durch Sparsamkeit
und durch Einschränkung des Bedarfs, um Ueberschüsse zu erzielen
und die Kapitalsbildung zu fördern.
Arbeitslohn, Der Arbeitslohn findet in den notwendigen Lebensbedürfnissen
des Arbeiters die untere Grenze und richtet sich nach dem Verhältnis
der Nachfrage nach Arbeitskräften gegenüber dem Bestande derselben,
Die Nachfrage aber wird durch den Vorrat an Kapitalien bestimmt,
die Arbeitskräfte zu ihrer Verwertung gebrauchen, und dieser Vorrat
ist wiederum bestimmend für die Höhe des Kapitalzinses. Mit dem
zunehmenden Wohlstande und dem Anwachsen des Kapitales steigt
daher der Lohn und sinkt der Kapitalzins.
In der Wirtschaftspolitik kommt Smith zu demselben Ergebnis,
wie die Physiokraten, indem er davon ausgeht, daß in dem wirtschaftlichen
Leben Naturgesetze walten, die man sich selbst überlassen
müsse, Das Selbstinteresse des Einzelnen führe ihn von selbst darı.