Object: Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
Reklamen bedruckten Speisenkarten, oder sie liefert Mappen 
für die Karten, die dann ebenfalls Reklameanzeigen enthalten. 
Natürlich erfolgt die Lieferung unentgeltlich; die Mappen 
werden zuweilen nur leihweise überlassen. Es ist Geschmack- 
sache, ob man sich solcher Reklamekarten oder -mappen be- 
dienen will. Ein Haus von Rang und Ruf wird es nur in be- 
stimmten Ausnahmefällen tun. Eine Ausnahme von dieser 
Regel wird es vielleicht dann machen und auch machen dürfen, 
sobald eine Lieferantenfirma von vornehmem, bewährtem Ge- 
schmack Hersteller der Karten ist. Wenn künstlerischer 
Geschmack betätigt und Künstlerhand mit der Ausführung 
betraut ist, dann ist der Moment zur Ausnahme gegeben. 
Nach den gleichen Grundsätzen würde ich bei den vielfach 
angebotenen Mappen für Zeitschriften und bei den Haltern für 
Zeitungen verfahren. Auch sie sind selbstverständlich mit 
Reklameanzeigen reich versehen. Wer bei einem „Journal- 
Lesezirkel‘“ abonniert ist, bekommt die Zeitschriften schon in 
der Reklamemappe geliefert. Hier gilt das alte Sprichwort: 
Eines schickt sich nicht für alle! Die Konditorei, das Kaffee- 
haus mit Massenbetrieb, das bürgerliche Hotel und Restaurant 
mögen sich der Reklamemappen und -halter bedienen; die ge- 
pflegte Gaststätte wird sie meiden. 
Auch die Konzert- und Vortragsprogramme sind der Reklame 
dienstbar gemacht worden. Der Unternehmer ist meistens eine 
Druckerei, die dem Saalinhaber die fertigen Programme liefert. 
Der Konzertveranstalter hat also auf die Inserenten ebenfalls 
keinen Einfluß und wird es sich gefallen lassen müssen, daß 
womöglich in den üblichen Anzeigen „Wohin gehen wir nach 
dem Konzert?‘“, ein Konkurrent wärmstens empfohlen wird, 
der ihm aus verschiedenen Gründen besonders unsympathisch 
ist! Prüfe also jeder, ehe er sich bindet, ob sich nicht ‚ein 
besserer Weg findet. Zum Beispiel der, die Sache in eigene 
Regie zu nehmen. Mit dem Sammeln der Aufträge kann man 
einen Anzeigenwerber beauftragen. Eines aber lasse man nicht 
aus dem Auge, ganz gleich ob eigene Regie oder fremder Unter- 
nehmer: Konzert- und Vortragsprogramme müssen immer auf 
weiches, nicht knitterndes Papier gedruckt werden. Wenn ein 
Konzertbesucher dazu verurteilt ist, zwischen Menschen zu 
sitzen, deren Programme andauernd knisternde Geräusche ver- 
ursachen, der wird unfehlbar händelsüchtig, wobei ich nicht an 
das Largo von Händel denke.
	        
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