Full text : Die Arbeiterfrage

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Massenproduktion  vielfach  auch  geistige  Kräfte  frei  werden
können.  Ein  Weber  schreibt:  „Die  Arbeiter  anderer  Berufe
werden  von  ihrer  Arbeit  viel  mehr,  vielleicht  ausschließlich  in
Anspruch  genommen,  weil  dort  ein  einziger  Irrtum  oder  Mißgriff ­
  Schaden  bringen  kann,  der  nicht  wieder  gutzumachen
ist.  Deshalb  sind  auch  dort  keinerlei  Ausflüge  in  das  weite  Reich
der  Wissenschaft  gestattet.  Dagegen  passiert  es  mir  oft,  daß
der  selbsttätige  Schußwächter  meines  Webstuhls  diesen  zum
Stillstand  bringt,  weil  eine  Spule  leer  gelaufen  war.  Ach  ja  —
man  war  halt  wieder  einmal  abwesend.  Vielleicht  war  es  dieses
Mal  Astronomie,  auf  deren  Pfaden  der  Gedanke  wandelte.  Und
gerade  die  Weltenweiten  sind  es,  die  das  Interesse  in  Anspruch
nehmen.  Lichtjahre,  Syriusweiten,  Milchstraßensysteme  und
fernere.  Und  speziell  die  Frage,  wie  man  denn  hier  draußen
überhaupt  ein  Maß  finden  konnte,  wo  jeder  Maßstab  zu  fehlen
scheint,  eine  Frage,  die  mir  erst  später  gelöst  worden  ist.
Oder  ein  anderes  Mal  Geologie.  An  der  Hand  der  Phantasie ­
  bin  ich  tief  hinabgestiegen  in  die  Schächte  der  Vergangenheit. ­
  Und  nun  baut  sich  vor  dem  geistigen  Auge  eine  Erdepoche
nach  der  andern  mit  geologischer  Dicke  auf.  Das  Unterste
kommt  oben,  während  das  Oberste  zu  Tage  rollt.  Pflanzen  und
Tiere  werden  in  den  Fels  eingeschlossen,  um  an  ihren  Überresten ­
  einer  späteren  Menschenwelt  ihre  Bildung  kundzutun.
Die  Erde  schreibt  ihre  Geschichte.  Manchmal  sind  es  biologische ­
  Probleme,  die  mich  beschäftigen.  Ein  Anatom  hat  die
Führung  und  zeigt  mir  den  Weg  der  Entwicklung  rückwärts
durch  die  ganze  animalische  Erscheinungsreihe  hindurch  bis
zum  Infusor,  um  von  da  mit  einem  logischen  Sprung  ins  Anorganische ­
  hinüberzusetzen.  Und  im  Menschen  ist  nun  alles,
was  da  war  in  der  endlosen  Zeit,  der  in  den  scheinbar  bleibenden ­
  Entwicklungsstadien  der  verschiedenen  Tierklassen  überschrittenen ­
  Stufen  des  eigenen  Seins  erblickt,  deren  hauptsächlichste ­
  Etappen  er  in  der  eigenen  embryonalen  Entwicklung
noch  einmal  streift.  Oder  es  senkt  sich  der  Blick  in  die  Lebensvorgänge ­
  der  Amöbe,  um  an  der  Hand  des  Beispiels  dieses  einfachsten ­
  Lebens  dieses  an  sich  zu  verstehen  und  die  Lebenserscheinungen ­
  komplizierter  Organismen  verstehen  zu  lernen.
Nicht  selten  wendet  sich  der  wandernde  Gedanke  einer  Welt
kleinster  Innerlichkeiten  zu,  mit  dem  Bestreben,  die  Verhältnisse
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