Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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veräußern,  also  nicht  nur  für  sich,  sondern  auch  für  andere  zu
produzieren.
Die  Entstehung  des  Gewerbes  aus  der  isolierten  Wirtschaft
ist  dadurch  hervorgerufen  worden,  daß  die  Arbeit  dank  der
Spezialisierung  produktiver  wurde.  Folglich  führt  die  Ausscheidung ­
  der  Herstellung  gewisser  Produkte  aus  den  isolierten  Wirtschaften ­
  zur  Ersparnis  an  Kraft  auch  in  diesen  Wirtschaften.
Wenn  diese  nicht  zum  Austausch  ihre  Zuflucht  nehmen,  obwohl
der  Handwerker  beispielsweise  Kleider  mit  viel  geringerem
Arbeitsaufwand  produziert,  so  nur  deshalb,  weil  diese  Wirtschaft
zu  wenig  Produkte  schafft,  um  gegen  Kleider  austauschen  zu  können. ­
  Die  Erhöhung  der  landwirtschaftlichen  Produktion  wird
ihr  gestatten,  sich  die  Entwicklung  der  Produktivkräfte  in  den
anderen  Arbeitssphären  zwecks  Ersparnis  an  Kraft  in  der
eignen  Wirtschaft  zunutze  zu  machen.
Wenn  eine  Bauernfamilie  50  Arbeitstage  braucht,  um  für  sich
Kleider  zu  verfertigen,  während  die  Gewinnung  von  Getreide,  das
gegen  Kleider  ausgetauscht  werden  könnte,  nur  zehn  Tage  in  Anspruch ­
  nehmen  würde,  so  ist  es  nur  die  äußerste  Not,  die  diese
Bauernfamilie  zwingt,  sich  mit  der  Herstellung  von  Kleidern  zu
beschäftigen,  statt  diese  gegen  Getreide  zu  erhalten.  So  treibt  die
Entwicklung  der  Landwirtschaft  diese  zum  Austausch  ihrer  Erzeugnisse ­
  gegen  die  der  Industrie,  und  nur  das  Elend  der  bäuerlichen ­
  Bevölkerung  hindert  die  Entwicklung  des  Tauschverkehrs.
Indem  aber  die  bäuerliche  Wirtschaft  verschiedenartige  Produkte ­
  von  auswärts  her  erhält,  verwandelt  sie  sich  ebenfalls  in
eine  der  gewerblichen  ähnliche  Wirtschaft:  an  Stelle  vieler  Produkte ­
  erzeugt  sie  nun  nur  noch  irgendein  Produkt  (meistens
Nahrungsmittel),  das  sie  gegen  die  Gewerbeerzeugnisse  austauscht. ­
  Sowohl  das  Gewerbe  als  auch  die  Landwirtschaft  werden ­
  von  dem  Markt  abhängig.  Nur  der  wirtschaftliche  Stillstand
oder  gar  Rückgang  kann  gewissermaßen  diese  Entwicklung
hindern,  die  „Selbständigkeit“  der  bäuerlichen  Wirtschaft  garantieren. ­
  Die  „Ernährungswirtschaft“  (die  bloß  für  sich  arbeitet)
kann  somit  nur  unter  der  Bedingung  aufrechterhalten  werden^
daß  die  Bevölkerung  ein  elendes  Dasein  fristet.
            
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