Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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die  Nachbar  gemeinden  bewacht,  den  Wasseraufseher,  der  das
Wasser  aus  den  gemeinschaftlichen  Wasserbehältern  zu  Ackerbauzwecken ­
  verteilt;  den  Braminen,  der  die  Funktionen  des
religiösen  Kultus  verrichtet;  den  Schulmeister,  der  die  Gemeindekinder ­
  im  Sand  schreiben  und  lesen  lehrt;  den  Kalenderbraminen,
der  als  Astrolog  die  Zeiten  für  Saat,  Ernte  und  die  guten  und
bösen  Stunden  für  alle  besonderen  Ackerbauarbeiten  angibt;
einen  Schmied  und  einen  Zimmermann,  welche  alle  Ackerbauwerkzeuge ­
  verfertigen  und  ausbessern;  den  Töpfer,  der  alle  Gefäße ­
  für  das  Dorf  macht;  den  Barbier,  den  Wäscher  für  die
Reinigung  der  Kleider,  den  Silberschmied;  hier  und  da  den
Poeten,  der  in  einigen  Gemeinden  den  Silberschmied,  in  anderen
den  Schulmeister  ersetzt.  Dies  Dutzend  Personen  wird  auf  Kosten
der  ganzen  Gemeinde  erhalten.  Wächst  die  Bevölkerung,  so  wird
eine  neue  Gemeinde  nach  dem  Muster  der  alten  auf  unbebautem
Boden  angesiedelt.  Der  Gemeindemechanismus  zeigt  planmäßige
Teilung  der  Arbeit“  .  .  .*)
Bei  den  alten  Germanen  gab  es  wenig  Handwerker,  und  diese
arbeiteten  bloß  für  die  Gemeinde.  Nach  dem  bairischen  Volksrecht ­
  waren  die  Werkzeuge  des  Schmiedes  Gemeineigentum  des
Dorfes.
In  den  indischen  und  russischen  Gemeinden  arbeiteten  die
Schmiede  und  die  anderen  Handwerker  für  die  Gemeindemitglieder ­
  und  wurden  von  ihnen  unterhalten.  Jede  Wirtschaft  mußte
einen  Teil  ihrer  Produkte  an  die  Handwerker  abliefern;  wenn
die  Gewerbeerzeugnisse  auf  dem  Wege  des  Warenaustausches  beschafft ­
  werden  konnten,  so  gab  die  Wirtschaft  ihre  Erzeugnisse ­
  schon  nicht  mehr  an  den  Gemeindehandwerker,  sondern  an
Fremde  ab.  In  beiden  Fällen  aber  machten  die  Produkte,
die  die  Bauernwirtschaft  veräußerte,  nur  einen  geringen  Teil  ihres
Gesamtbudgets  aus.
So  bildet  die  Gemeindewirtschaft  im  ganzen,  d.  h.  einige  Naturalwirtschaften ­
  gemeinsam  mit  Handwerkern,  ein  wirtschaftliches ­
  Ganzes  und  kann  ganz  isoliert  von  den  anderen  Gemeinden

)  Kapital,  6.  Auflage,  Bd.  I,  S.  322—323.
            
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