Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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Die  Handwerker  verlassen  immer  mehr  ihre  eigene  Landwirtschaft ­
  und  geben  sich  ihrer  Berufsarbeit  hin.  Sie  leben
also  von  den  durch  den  Ackerbauer  produzierten  Lebensmitteln.
Bei  der  Entstehung  der  Städte  konzentrieren  sich  in  ihnen  auch
die  Handwerker.
Im  Mittelalter  verzehrten  die  Städte  Produkte,  die  entweder
die  Regierung  oder  die  Grundherren  den  Bauern  in  der  Form
von  allerhand  Abgaben  abnahmen.  Infolgedessen  können  in  den
Städten  verschiedene  Handwerkergruppen  leben,  die  für  die
herrschenden  Klassen  oder  für  andere  Städtebewohner  arbeiten.
Mit  der  Zunahme  der  Produktionsmenge,  die  den  Bauern  abgepreßt ­
  wird,  steigt  auch  die  Zahl  derjenigen,  die  in  der  Stadt
leben  können,  und  wächst  der  Austausch  zwischen  Stadt  und
Land.  Die  somit  entstandene  Verbindung  der  einzelnen  Wirtschaften ­
  untereinander  umfaßt  aber  immer  noch  ein  ganz  beschränktes ­
  Gebiet.  Die  städtischen  Handwerker  des  Mittelalters
arbeiten  fast  ausschließlich  für  den  lokalen  Markt.
Das  Handwerk  konnte  nur  in  der  Form  der  Produktion
auf  Bestellung  für  einen  bestimmten  Konsumenten  entstehen. ­
  Erst  später,  als  die  Handwerker  imstande  waren,  mehr
zu  produzieren,  als  ihre  Nachbarn  brauchten,  begannen  sie  ihre
Produkte  auf  die  nahen  Märkte  zu  schicken.  So  umschließt  ein
wirtschaftliches  Band  einen  zunächst  noch  beschränkten  Rayon,
der  die  Stadt  und  die  umliegenden  Dörfer  umfaßt.  Aus  der  Gemeindewirtschaft ­
  hat  sich  nun  dank  der  Entwicklung  des  Handwerks ­
  eine  Rayonwirtschaft  herausgebildet,  die  sich  aus  den
Wirtschaften  der  Handwerker  der  priveligierten  Stände,  die  auf
Kosten  der  Bauern  leben,  und  aus  den  Bauernwirtschaften  zuzusammensetzt.
  Aber  immer  noch  sind  die  Grenzen  dieser  Wirtschaft ­
  eng.  Und  je  dauernder  diese  Wirtschaftsordnung  war,  um
so  fester  wurden  die  traditionellen  Verhältnisse  der  Handwerker
untereinander  einerseits  und  die  Verhältnisse  zwischen  ihnen
und  den  Konsumenten  andererseits.
Die  Rayonwirtschaft,  die  aus  Bauern-  und  Handwerkerwirtschaften ­
  besteht,  stellt  etwas  Selbständiges  dar,  kann  fast  jede
Beziehung  zu  anderen  ähnlichen  Wirtschaften  lösen,  ohne  ihr
            
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