Full text: Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

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Die Bilanz. 
Die Aufzählung der Vermögensbestandteile erfolgt auf der 
einen, gewohnheitsmäßig auf der linken oder der aktiven Seite, 
die Aufzählung der Schulden und der Teile des eigenen Kapitals 
auf der anderen, der rechten oder passiven Seite des Kontos. 
Der kaufmännische Sprachgebrauch bezeichnet nur diese konten 
förmige Gegenüberstellung des Vermögens, der Schulden und 
des Kapitals als Bilanz. 
Während das Inventar ein Einzelverzeichnis der Vermögens 
bestände und der Schulden ist, nimmt die Vermögensbilanz nur 
die Schlußbeträge der Inventarbestände auf. Die Bilanz des 
Inventars im Sinne des § 39 RGB. ist eine summarische Zu 
sammenstellung des Vermögens und der Schulden, im kaufmänni 
schen Sprachgebrauch ein Rechnungsauszug aus dem, Inventarium, 
eine summarische Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva. 
Wenn die Schlußbilanz für das Ende eines Geschäftsjahres 
links die Aktiva und rechts die Passiva anführt, könnte die Er- 
öffnungs-, Anfangs- oder Gründungsbilanz des Inventars folge 
richtig den gleichen Inhalt in umgekehrter Anordnung dar 
stellen; doch ist es üblich, auch diese Bilanz in der gewohnten 
Weise aufzumachen. (Das Eröffnungs- oder Eingangsbilanzfowto 
des Hauptbuches der doppelten B. muß die Verbindlichkeiten 
links, das Vermögen rechts verrechnen aus Gründen des später 
zu erörternden doppischen Formalismus.) 
Jede Bilanz des Inventars ist prima vista eine Vermögens 
bilanz. Wir bezeichnen sie als Inventarbilanz i) * * * * * * * * x ) zum Unterschied 
von dem Bilanzkonto des Hauptbuches der doppelten B. 
i) Die englische Buchhaltungs-Literatur unterscheidet: Balance Sheet, 
d i die Inventarbilanz in unserem Sinne, deren linke Seite Capital and 
liabilities deren rechte Seite die ,,assets aufnimmt, ,,A Balance Account 
(Bilanz-Konto) is merely a Balance Sheet reversed“. Da die erste Bilanz 
die Anordnung einer Eröffnungsbilanz (Opening Balance) hat (links Passiva, 
rechts Aktiva), so erscheint es wünschenswert, auch die folgenden Bilanzen 
in derselben Art zu machen. „This argument is now very generally con- 
ceded ■ but as some old fashioned accounts are still kept the olher way, it 
is necessary that both methods should be mentioned“ (Dicksee, Book- 
keeping for Accounts Students, 4. cd. London, Gee & Co.. 1903, S. 66 ff.). 
Die Trial Balance entspricht unserer Probebilanz (Saldobilanz). 
Die französischen Schriftsteller unterscheiden la Balance. die Konten 
oder Monatsbilanz von der Jahres- und Inventarbilanz, le Bilan.
	        
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