Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

— 142 — 
Beschäftigung die Produktion von Eimern, Sieben, Spindeln, 
Kämmen ist, ihre Erzeugnisse nach anderen Dörfern ausführen. 
Ebenso arbeiten die Spezialisten unter den Schmieden für die 
Zwischenhändler, während die gewöhnlichen Schmiede auf Be 
stellung arbeiten. Für den Zwischenhändler arbeiten auch die 
Kringel- und Pfefferkuchenbäcker, sowie die meisten Schuh 
macher, während nur die, die sich mit Flick- und Reparatur 
arbeit beschäftigen, für die unmittelbaren Kunden arbeiten. 
•Je größer also die Zahl der Gewerbetreibenden, oder je weiter 
die Arbeitsteilung in irgend einer Produktionssphäre fortgeschrit 
ten ist, um so bedeutender ist die Macht des Kapitals über den 
Handwerker. Die Arbeitsproduktivität eines Spezialisten ist na 
türlich viel bedeutender als die eines gewöhnlichen Schmiedes, 
Schneiders usw. Aber eben deshalb ist der lokale Markt für den 
Spezialisten zu eng, und er nimmt zur Arbeit für den Zwischen 
händler seine Zuflucht. Die Umwandlung des Handwerks in 
das Kustargewerbe, das sich in Abhängigkeit vom Kapital be 
findet, hängt, wie diese Enquete beweist, von der Menge der 
in einer gewissen Produktionssphäre hergestellten Erzeugnisse 
ab. Solange diese Menge noch gering ist und den Bedarf der 
Nachbarschaft daran nicht übersteigt, solange also die Hand 
werkererzeugnisse die Grenzen der Rayonwirtschaft nicht über 
schreiten, bleibt der Handwerker selbständig, arbeitet er für die 
unmittelbaren Konsumenten usw. Erst wenn die Produktion in 
folge der Zunahme der Handwerkerzahl oder der erhöhten 
Arbeitsproduktivität steigt, die durch die Arbeitsteilung, den 
technischen Fortschritt hervorgerufen wird, beginnt der Unter 
gang des Handwerks und dessen Unterjochung durch das Kapi 
tal. Der Kampf gegen die Entwicklung der Produktivkräfte 
nahm im Mittelalter die Form der Produktionseinschränkung, 
der Bekämpfung der „Störer“ usw. an. 
In meiner „Agrarfrage“ kam ich zu einer ähnlichen Schluß 
folgerung, nämlich der, daß der ländliche Kleinbetrieb nur dann 
aufrechterhalten werden kann, wenn keine Entwicklung der 
Produktivkräfte stattfindet. Wo sich die Produktivkräfte infolge 
des technischen Fortschrittes oder der aus den Natur Verhältnissen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.