Einleitung.
A. Die Aufgabe der Volkswirtschaftslehre.
I.
Die politische Ökonomie muß sich das Ziel stecken, die Volkswirtschaft
im ganzen, ihre wichtigsten Probleme in ihrer
Entwickelung zu behandeln. Leider sehen wir, daß die
Nationalökonomie wohl einzelne Probleme auf wirft, das Ganze
aber nicht genügend analysiert. So wird beispielsweise der Tauschwert
nicht in seiner Entstehung und Bildung untersucht. Ebensowenig
der Profit oder die Grundrente. Und dennoch kann nur
eine Untersuchung über die Bildung dieser Kategorien während
des Übergangs von der Natural- zur Tauschwirtschaft eine richtige
Erklärung dieser Phänomene geben. Denn sie sind doch
nicht auf einmal entstanden, haben nicht sofort die Form angenommen,
die sie heute haben.
Ein weiterer Mangel der Volkswirtschaftslehre besteht darin,
dass die Volkswirte ihre Hauptaufmerksamkeit auf die volkswirtschaftliche
Tätigkeit des kapitalistischen Unternehmers und
deren Resultate gerichtet haben. Daher begegneten die Volkswirte
der Arbeitstheorie geringschätzig, die für die praktischen
Fragen des Wirtschaftslebens vielleicht weniger von Bedeutung
ist, als beispielsweise die Theorie der Produktionskosten oder
die Grenznutzentheorie, die sich mit dem Prozesse des Austausches
beschäftigen.
Für den Unternehmer ist es gleichgültig, aus welcher Quelle
der Profit fließt: aus der Ausbeutung des Arbeiters, oder aus der
„Produktivität” des Kapitals. Von der Annahme ausgehend, daß
das Kapital Profit „schafft“, kann man mit Erfolg einem Unter-!•