Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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und die Erfolge der Produktion und des Absatzes bestimmend 
wurde. Insoweit dieser Einfluß reichte, stand auch das Lehen 
auf dem Lande in dem Banne der Stadtwirtschaft und der spezi 
fisch städtischen Interessen. Die ländliche Umgebung der Stadt 
wurde mit dieser zu einem wirtschaftlichen Ganzen, einer in sich 
ziemlich geschlossenen Wirtschaftseinheit verschmolzen, inner 
halb deren eine volkswirtschaftliche Arbeitsteilung und ein 
System von geregelten Vorgängen sich aushildete, bestimmt, 
der Deckung der Bedürfnisse dieses ganzen Wirtschaftskreises 
wenigstens in der Hauptsache zu genügen.“ (Inama-Sternegg, 
Deutsche Wirtschaftsgeschichte, Bd. III, 2, S. 32.) 
Die Stadt wird somit zum Zentrum, wo sich die industrielle 
Bevölkerung konzentriert. Die Zunahme der Handwerker und 
deren Verwandlung in Kustari ändert diese Lage der Dinge. Die 
Erzeugnisse der Kustari werden nach Gegenden ausgeführt, wo 
früher nur Handwerkererzeugnisse zu haben waren. Es beginnt 
somit der Kampf zwischen dem „auswärtigen“ Kustar und dem 
einheimischen Handwerker, ein Kampf, der unbedingt mit dem 
Siege des Kapitals enden mußte, das die Stelle des Kustars ver 
trat. Die Handwerke wehren sich lange gegen diese Konkurrenz, 
ebenso wie sie auf jede Weise bemüht waren, die Vermehrung 
ihrer eigenen Zahl hintanzuhalten und ihre Selbständigkeit gegen 
über dem Kapital zu wahren. So führt Schmoller einen Erlaß 
des Straßburger Stadtrates von 1330, betreffs der Frauenarbeit, 
an, aus dem das Bestreben der Handwerker, ihre Zahl mög 
lichst einzuschränken, deutlich hervorgeht.*) 
Folglich läßt sich in der Entwicklung sowohl des Tauschver 
kehrs als auch der Warenproduktion eine bestimmte Reihen 
folge beobachten. Zuerst werden die Produkte ausgetauscht, die 
in verschiedenen Gegenden aus natürlichen Gründen mit ver 
schiedener Arbeitsproduktivität her gestellt werden können. Dann 
treten auf den Markt solche Produkte, deren Austausch infolge 
der Unterschiede in den Wirtschaftsorganisationen — Unter 
schiede, die selbst ein Resultat der geographischen Naturver- 
•) G. Schmoller, Die Straßburger Tücher- und Weberzunft, Straß 
burg 1879, S. 4.
	        
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