sache unserer abnormalen Lage (S. 22). Er sieht sie in
dem Gesetz, daß alle Schulden nicht in irgend einem Pro-
dukt der Arbeit, sondern nur in einem einzigem seltenem
Metall G old gezahlt werden dürfen (S. 24). Die phy-
sischen und kommerziellen Eigenschaften der kostbaren
Metalle hätten aus ihnen seit undenklichen Zeiten die vor-
gezogenen Geldsubsstanzen gemacht, aber ihre große Sel-
tenheit, d. h. das Mißverhältnis, den das produzierte
Quantum dieser Ware zu dem aller anderen Waren ein-
nimmt (ungefähr 1:400), mache die kapitalistische Minder-
heit zu fanatischen Verteidigern, die produzierenden und
verschuldeten Massen mehr und mehr zu unverssöhnlichen
Feinden des Metallgeldes (S. 94). Er verweisst auf den
Ausspruch Ricardos in seiner Political Economy:
„Es ist nicht nötig, daß Papiergeld in Bargeld zahlbar
gemacht wird, um seinen Wert zu sichern; es ist nur nötig,
daß seine Quantität reguliert wird.“ (S. 101.)
Unser heutiger Weltvorrat von Goldgeld werde auf
30 Milliarden Mark geschätzt. Die jährliche Zunahme
von Gold und Silber betrage kaum 3 Milliarden, wovon
wenigstens die Hälfte auf Abnutzung, Verlust und Ver-
wendung in der Indusftrie abzurechnen sei. Um die Höhe
der Geldverssprechen zu erreichen, müßte unser Goldgeld-
vorrat von 30 Millarden, der die Grundlage eines Kre-
ditgebäudes von etwa 30 facher Höhe bilde, auf 900 Mil-
liarden erhöht werden, was nahezu drei Jahrhunderte
beanspruchen würde, vorausgesetzt, daß 1) die Gold- und
Silberproduktion nicht fallen, und 2) unser Umschlag
nicht zunehmen dürfe (S. 120).
Nach Flürsscheims Ansicht ist ein vollkommener Wert-
maßstab für Geld zu erreichen, wenn der Durchschnitt-
preis der Waren nicht schwankt, und dies könne nur
vollbracht werden, wenn die Menge des Geldangebots im
Markt sich den Bedürfnissen des Marktes anpasse, wo so-
fort mehr Geld erscheine, sowie die Preise eine Tendenz
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