Object: Weltporto-Reform

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Mandschurei und Mongolei (docli noch ohne Tibet und Turkestan) ent 
standen, die aus den um 1860 sich entwickelnden, besonders vom General 
zollinspektor Hart ausgebildeten Seezollposten hervorging und 1896 mit 
Unterstützung der Regierung für das ganze Reich organisiert wurde, so 
dass 1901 zwar erst 176, 1904 aber schon 1819 Reichs-Postanstalten, 1906 
dann schon 1626 und Ende 1907 gar bereits 2541 Postämter, die meisten 
in den Küstengebieten und am Jangtse, gezählt wurden, die sich über 
alle Provinzen ausbreiten und in allen wichtigeren Städten angelegt sind. 
Briefsendungen jeder Art, Postanweisungen und (seit 1898; auch Pakete werden 
von ihr befördert, 30 ) sowohl nach dem Inlande wie nach und vom Aus 
lande. Freimarken sind längst üblich. 
Der inländische Tarif der chinesischen Reichspost, 
seit 1897 wiederholt geändert, wurde im September 1901 folgendermassen 
festgesetzt: 31 ) 
30 ) Näheres über den „Postpaketdienst in China“ und seine Tarife 
findet man schon in der „Deutschen Verkehrs-Zeitung“ 1839, S. 182 f. Die 
letzte Statistik der chinesischen Postämter findet man im „Archiv für Post 
und Telegraphie“ 1908, S. 291. 
8t ) In China zahlt man mit Silber (aber öfter auch schon mit Gold) 
nach Gewicht (Tael). 1 Tael (Gewichtsmass) = 37,78 Gramm: für Silber 
(in Canton) jedoch 37,573 g; 1 Haikuan-Tael (Regierungs-Tael) — 38,246 g. 
Bei dem Preise von 60 7 /s Pence für 1 Unze Standard-Silber hat ein 
Haikuan-Tael den Wert von 6,68 Mark D. R. W. (6 sh 6Va d). 
Der Londoner Wechselkurs von 1906 ergab aber durchschnittlich nur 
einen Wert von 3 sh. iP/s d, der Berliner Kurs 3 M 35 Pf. (1905: 3,07 M). 
— 1 Tael Silber = 1600—1700 Käsch (Scheidemünze). 
An der ganzen ostasiatischen Küste kursiert aber haupt 
sächlich der mexikanische Dollar als Zahlungsmittel. Daneben 
auch neuerdings, doch selten, chinesische Dollarstücke. 
1 mexikanischer Dollar oder Peso (zu 100 Centavos) in Silber war 
nominell 4,396 M wert. Aber nach dem faktischen Silberwert z. B. 
schon im Jahre 1900 nur 2,05 M. 
Seit 1904/05 ist nun der mexikanische Dollar in Mexiko gesetz 
lich auf 2 M 10 Pf. in Gold festgelegt, und es werden da Goldmünzen 
(5 und 10 Peso) geprägt. 
Auch Japan hatte bis 1897 den Silberdollar oder Yen (zu 100 Sen 
oder Cents), nominell 4,37 M, faktischer Silberwert damals (1897) 1,97 M. 
Seit 1897 wurde aber die Goldwährung eingeführt. 
I Gold-Yen japanisch = 2 M 9,2 Pf. (Kurswert in Berlin meist 
2 M 6 Pf,), (Vgl. Hübners geograph. statistische Tabellen.) 
Nach dem früheren starken Preissturz des Silbers hielt sich der 
mexikanische Dollar an der ostasiatischen Küste, in China, längere 
Zeit hindurch auf der Höhe von etwa 2 Mark. Im November 1900 stieg 
er bis auf 2,23 M, sank Ende 1901 bis auf 1,95 M, Ende 1902 bis auf 1,70 M,
	        
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