Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

188

4

teilung  in  der  Einzelfamilie,  sondern  umgekehrt:  die  Einteilung
der  Produktivkräfte  in  der  Familie  hängt  von  ihrer  Verteilung  in
der  Gesellschaft  ab.  Das  Prinzip  der  Einteilung  der  Produktivkräfte ­
  bleibt  indes  immer  dasselbe:  die  Gesellschaft  verwendet
ihre  Arbeitskraft  auf  die  Produktion  einzelner  Gegenstände  entsprechend ­
  der  Dringlichkeit  des  Bedürfnisses  nach  ihnen.  Nur
in  der  kapitalistischen  Gesellschaft  treten  an  Stelle  des  Arbeitsaufwandes ­
  die  Produktionskosten,  die  mit  dem  Arbeitsaufwand
nicht  ganz  identisch  sind.
Jeder  trägt  seine  Ware  dorthin,  wo  Nachfrage  danach  vorhanden ­
  ist.  Diese  wird  durch  die  Gesamtheit  der  gesellschaftlichen ­
  Bedürfnisse  bestimmt.  Indes  fällt  das  Bedürfnis  keineswegs ­
  immer  mit  der  Möglichkeit  zusammen,  sich  die  notwendigen ­
  Waren  zu  verschaffen.  Diese  Möglichkeit  wird  durch  die
Menge  der  Erzeugnisse  der  eigenen  Wirtschaft  bedingt.  Aber
jeder  wird  selbstverständlich  seine  Erzeugnisse  vor  allem  gegen
solche  austauschen,  deren  er  besonders  dringend  bedarf.  Folglich ­
  werden  auch  in  einer  Tauschwirtschaft  die  Bedürfnisse  nach
dem  oben  angeführten  Schema  befriedigt.  Der  Grad  der  Befriedigung ­
  hängt  hier  allerdings  von  der  Kaufkraft  der  einzelnen ­
  Wirtschaft  ab,  da  die  Gegenstände,  die  in  der  eigenen
Wirtschaft  nicht  produziert  werden,  auf  dem  Markte  gekauft
werden  können.  Aber  die  Kaufkraft  jeder  Wirtschaft  ist  doch
durch  deren  Produktivkraft  begrenzt,  ebenso  wie  die  Produktivkräfte ­
  der  Gesellschaft  überhaupt.
Das  Schema  des  Verbrauches  durch  Wirtschaften,  die  ganz
beschränkte  Kaufkraft  besitzen,  wird  sich  so  gestalten  (wir
brauchen  die  obigen  Bezeichnungen):  Wenn  zur  Deckung  der
Bedürfnisse  eines  jeden  Grades  50  Mark  notwendig  sind  und  die
Wirtschaft  500  Mark  jährlich  darauf  verwenden  kann,  so  werden
die  Bedürfnisse  in  folgender  Reihenfolge  befriedigt:

I  II
10  9
8  6
5

III
7
5

IV
5

V

4
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.