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mehr zuzuwenden. Gleichwohl ist in den Berichten aus San Jago de
Cuba die Ausfuhr an Kaffee für das Jahr 1885 auf 510 635 sp. Pfund =
2350 D.-Ctr. angegeben, ohne Bezeichnung des Bestimmungsortes, so das;
derselbe wohl für den inneren Verbrauch des Nordens von Cuba bestimmt
sein kann. Jedenfalls reicht dieser Ausfuhrbetrag weitaus nicht an die
Einfuhrmenge.
Holz wurde früher in bedeutenden Mengen ausgeführt: es unterlag
auch einen: nicht unbeträchtlichen Ausfuhrzölle. Dasselbe kam besonders
aus dem östlichen Theile der Insel, woselbst San Jago de Cuba der vor-
uehmlichste Verschiffungsplah dafür ist. Es handelt sich dabei um Gelbholz
und um Tischlerhölzer, wie Cedern und Mahagoni; im Innern ist Holguin
ein Sammelplatz dafür, welches in Folge Eiseubahnbaues den Hafen Gibara
benutzen wird. In den letzten Jahren hat auch diese Ausfuhr nachgelassen.
Deutschland war früher Abnehmer für Cedern und Mahagoni: neuerdings
wird aus San Jago berichtet, die Preise in Deutschland seien so gesunken,
das; Verschiffungen dorthin Verluste bringen.
Das; in älteren Zeiten Bergbau-Erzeugnisse verschiedener Gattung
gewonnen sein sollen, ist bereits im Eingänge erwähnt. Seither lange ver
nachlässigt, scheint der Bergbau neuerdings wieder in Aufnahme zu kommen
und wird von der Regierung durch weitgehende Begünstigungen gefördert.
Da Unternehmungen der Art in der Regel bedeutende Capitalien erfordern,
solche aber auf der Insel selbst fehlen, so sind es auswärtige, besonders
Nordamerikanische Unternehmer, welche die Ausbeutung von Bergwerken
versuchen. Im Jahre 1883/84 begann eine im Jahre 1882 gegründete
Gesellschaft, die Turagna Iron Company limited, welche über erhebliche
Geldmittel verfügen soll, zur Ausbeutung der Eisenerzlager in der Provinz
San Jago zu schreiten. Ihre Arbeiten scheinen Erfolg zu haben. Nach
einem Berichte, aus dem Jahre 1885 war die Ausbeute der dortigen Eisen-
minen eine durchaus befriedigende; die Verschiffung betrug bisher etwa
7000 tons monatlich und es waren Anstalten getroffen, urn diese Menge
fortan zu verdoppeln; die Ladungen gingen nach den, den Unternehmern
gehörigen Steelton steelworks in Pennsylvanie::. Angeblich sollen noch
enorme Eisenerzlager unverkauft liegen, zahlreiche Kupferminen entdeckt sein,
ebenso Manganerzlager; amerikanische Gesellschaften sollen darum handeln,
bis dahin ohne Erfolg.
Bei weiten: die größte Bedeutung für die wirthschaftliche Lage der
Insel hat zur Zeit und wird jedenfalls noch lange Zeit behaupten das
Zuckerrohr. Die daruit bepflanzte Bodeufläche wird vermuthlich den
größeren Theil der überhaupt in Cultur genommenen Aecker auf der Insel
ausmachen; die Zahl der dabei betheiligten Grundeigenthümer, sowie der dort
beschäftigten Arbeiter überwiegt ohne Zlveifel die der übrigen Culturarten;
die daraus gewonnenen Erzeugnisse belaufen sich in: Durchschnitt der Jahre