Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

7 
Budget zufällt, als den Ausgaben für Produktionsmittel, muß die 
Verteilung der Produktivkräfte im Lande beeinflußen. Die 
Herstellung von Produktionsmitteln muß dann eine verhältnis 
mäßig geringere Anzahl Arbeitskräfte beschäftigen. Diese gegen 
seitige Abhängigkeit des Charakters der privaten Wirtschaften und 
des der Volkswirtschaften voneinander blieb völlig ununtersucht, 
obgleich das wirtschaftliche Leben genügend Material dafür 
liefert. 
11. 
Im Vorworte zu seiner Schrift „Zur Kritik der politischen Öko 
nomie“ gab Marx seine berühmte soziologische Erklärung der 
geschichtlichen Entwicklung der Gesellschaft: „Auf einer gewissen 
Stufe der Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der 
Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktions 
verhältnissen, oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, 
mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher 
bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte 
schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann 
eine Epoche sozialer Revolution ein . . .“ 
Diese Erklärung der historischen Entwicklung der Gesellschaft 
ist nicht nur von den Marxisten allgemein anerkannt, sondern 
wird auch mit einigen Einschränkungen fast von allen Soziologen 
geteilt. Wenn aber die Entwicklung der Produktivkräfte eine so 
große, in den Augen der Marxisten sogar erstklassige Bedeutung 
für das Verständnis der sozialen Entwicklung hat, so sollte man 
glauben, daß es eine genaue, allgemein bekannte und von allen 
akzeptierte Definition des Begriffes der „Produktivkräfte“ gäbe. 
Wenn wir keine richtige Vorstellung davon haben, was unter dem 
Begriffe zu verstehen ist, durch den alle anderen Begriffe be 
stimmt werden, so können auch diese anderen weder klar noch 
genau sein. Wenn wir nicht wissen, was unter der „Entwicklung 
der Produktivkräfte der Gesellschaft“ zu verstehen ist, so sind 
wir auch außerstande, zu bestimmen, worin der Einfluß dieser 
Entwicklung auf die soziale Entwicklung besteht. Diese doch 
wohl einleuchtende Schlußfolgerung wird indes nicht gezogen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.