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aber der Fall sei, wäre es wirtschaftlich ratsamer, die Tonerde schon wegen
ihres schweren und daher teuren Transportes ganz auszuschalten, und für die
eigentliche Sole als Düngemittel eine nicht so voluminöse Vertriebsform heraus
zusuchen. Diese durchaus zutreffenden Ausführungen fanden jedoch in der Zu
kunft keine praktische Anwendung. Der Finanzminister v. Knapp erklärte, daß
chemische Untersuchungen über die landwirtschaftliche Bedeutung der Hallerde keine
genügende Aufklärung bringen würden, daß hier vielmehr lediglich die Erfah
rung des Landwirts entscheidend sei. Die Bauern aus der Umgegend von Sulz
kamen aus weiter Entfernung herängefahren, um diese Hallerde für ihre Aecker
zu beziehen. Dabei besprengte man kurz vor der Abfahrt die Hallerde noch
mals reichlich mit Sole, da sich die Bauern hierdurch eine erhöhte Düngewir
kung versprachen. Anderseits steigerte man die Wagenlast hierdurch bedeutend.
Während man für einen Kübel Kalk als Düngemittel 4 kr. bezahlte, forderte
und erhielt man für einen Kübel Hallerde 10 kr. Die Nachfrage nach Hallerde
seitens der bäuerlichen Bevölkerung war auf der Saline Sulz so groß, daß man
sie bei weitem nicht befriedigen konnte. Eine erhebliche Steigerung im Absatz
erwartete man auch, sobald erst mal die obere Neckartalbahn fertiggestellt war.
Für diesen Produktionszweig der Hallerde lagen daher die Verhältnisse auf der
Saline Sulz durchaus günstig, sodaß sich die Regierung schon im Vorjahr 1857
auf Grund dieser Sachlage entschlossen hatte, neue Einrichtungen ans der Saline
Sulz zu schaffen. Weiter dachte man an ein Aufgeben der sonst gerade wirt
schaftlich nicht sehr günstig dastehenden Saline schon deshalb nicht, weil dies
zweifellos eine erhebliche wirtschaftliche Stärkung der preußischen Konkurrenzsaline
in Hohenzollern bedeutet hätte. Denn auch diese Saline hatte die Fabrikation
der Hallerde in ihren Betrieb aufgenommen. Die Produktion der Hallerde auf
der Saline Sulz belief sich um 1857 ans 84 000 Kübel; den tatsächlichen Be
darf schätzte man auf 120000 bis 130000 Kübel. Noch bis auf den heutigen
Tag besitzt die Hallerde-Gewinnung für die Kgl. Saline Sulz erhebliche Be
deutung.
Die Verwaltung der Saline Sulz lag in den sechziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts in den Händen folgender Beamten. Nach dem Besoldungsetat
des Jahres 1823 für Salinenämter hatte man für die Saline Sulz einen
Salinenverwalter mit der Besoldung dritter Klasse vorgesehen. Als dann in
den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Saline Sulz wirtschaftlich
nicht sehr erfolgreich war, unterließ man die Neubesetzung der freigewordenen
Salinenverwalterstelle. Als dann infolge der schon an anderer Stelle er
wähnten vorgenommenen Verbesserungen der Siedeeinrichtungen die finanziel
len Erträgnisse der Saline sich wieder günstig entwickelten, nahm man eine
Neubesetzung der Saliuenverwalterstelle vor. Erwähnt sei, daß der Etat
von 1864/67 *) als Ertragsablieferung zur Staatshauptkasse die Summe von
75 300 fl. vorsah. Dieser wirtschaftliche Aufschwung der Saline Sulz nach
langem finanziellen Daniederliegen war nicht zum wenigsten das Werk eines
Beamten, des Salinenkassierers Braun, der in dieser Eigenschaft seit 1858 ver
tretungsweise die Saline verivaltete. Dieser Beamte befand sich seit 1839 bei
dem Salinenwesen in definitiver Anstellung. In Anerkennung der Verdienste,
die sich der Salinenkassierer Braun um die wirtschaftliche Hebung der Saline
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1865. II. Beil.-Vd. S. 714.