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ehern, Bildern, Zeitungen usw. Eine gewisse Steigerung des Be
dürfnisses nach Theater, Musik usw. führt allerdings auch zu
einer vermehrten Nachfrage nach persönlichen Dienstleistungen,
aber nicht in einem solchen Maße und nicht in der Richtung wie
die Steigerung der Bedürfnisse der reichen Klassen, die haupt
sächlich die Dienste der Hausbediensteten in Anspruch nehmen,
Bilder für ihren persönlichen Bedarf kaufen usw.
Während bei den reichen Klassen die Ausgaben für Diener
schaft und für „Erholung“ wachsen, steigen bei den Arbeitern die
Ausgaben für physische Bedürfnisse (Komfort), für Bücher und
für Zeitungen.*)
So belaufen sich die Ausgaben der Berliner Arbeiter für nicht
physische Bedürfnisse bei einem Budget von 900—1000 Mark auf
13,91 Mark, für Bücher und Zeitungen auf 5 Mark; bei einem
Budget von 2300—2400 Mark für nicht physische Bedürfnisse auf
158 Mark, für Bücher und Zeitungen auf 16,6 Mark.
Das Gesamteinkommen der kapitalistischen Gesellschaft teilt
sich in drei Teile: einen Teil konsumieren die Arbeiter in Gestalt
des Arbeitslohnes, den anderen konsumieren die Kapitalisten, und
der dritte wird für Produktions- und Umlaufsmittel verwendet,
wobei die Erweiterung der Produktion, wenn nur der Markt sich
ausbreitet, um so größer ist, je umfangreicher dieser dritte Teil ist.
Wir zeigten, daß, je mehr sich der Konsum der Arbeiter auf
Kosten des Konsums der Kapitalisten steigert, die Ausbreitung des
inneren Marktes nicht bloß für die Bedarfsartikel, sondern auch
für die Produktionsmittel derselben desto beträchtlicher ist.
Aber die Frage der Konsumsteigerung der Arbeiter ist nicht so
einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Vor allem taucht
die Frage auf, ob sie auf Kosten der Konsumeinschränkung der
Kapitalistenklasse und nicht etwa auf Kosten der Mittel für die
weitere Produktion geschieht? Zweitens, ob die Erhöhung des
Arbeitslohnes nicht zu einer Preiserhöhung der angefertigten Pro
dukte und zu einer Förderung der ausländischen Konkurrenz, die
dieselben Produkte herstellt, führen würde?
*) Die Struktur des Kapitals in der Schreibwarenindustrie in den
Vereinigten Staaten beläuft sich auf 8,7:1, im Druckereigewerbe auf 4:1.