Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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macht: die Landwirtschaft verschwindet überhaupt aus dem Be 
trachtungskreis, als ob die Industrie nur allein existierte. 
Die wirtschaftliche Entwickelung der Gesellschaft wird ge 
wöhnlich nach den Entwicklungsformen des Gewerbes in Stufen 
geteilt. 
K. Bücher hat die Entwicklungsstufen der Wirtschaft der zen 
tral- und westeuropäischen Völker wie folgt geschieden: 1. die 
Periode geschlossener Hauswirtschaft (reine Eigenproduktion, 
tauschlose Wirtschaft), 2. das Lohnwerk, 3. das Handwerk, 4. das 
Verlagssystem oder die Hausindustrie, 5. die Fabrik. Man sieht, 
daß Bücher nur die Entwicklung der Industrie analysiert. Die 
Landwirtschaft, die zur Zeit des Handwerks den wichtigsten 
Zweig der Volkswirtschaft bildete, wird in seiner Einteilung der 
Wirtschaftsstufen überhaupt nicht berücksichtigt. Der Ver 
teilungsprozeß der Produktivkräfte zwischen der Landwirtschaft 
und der Industrie beim Übergang zu neuen Formen derselben 
wird nicht hervorgehoben, vielmehr ganz übersehen. 
Ferner: Indem wir nicht sowohl die Geschichte, als eine 
Theorie der Volkswirtschaft geben und in deren Entwicklung 
Gesetzmäßigkeit finden wollen, müssen wir vor allem die Ur 
sachen erklären, warum ein System der Landwirtschaft das 
andere, d. h. eine technische Organisation der Erzeugung von 
Nahrungsmitteln und von Rohstoffen die andere ersetzt hat. 
Da uns die Evolution der europäischen kapitalistischen Wirt 
schaft aus den früheren Wirtschaftsverhältnissen interessiert, so 
werden wir hauptsächlich die Volkswirtschaft in den Ländern 
gemäßigten Klimas im Auge haben. Die Landwirtschaft des 
alten Ägypten, Zentralasiens, Perus und Chiles weist viele be 
achtenswerte Besonderheiten auf, aber eben deshalb erweist sie 
sich nicht als typisch und kann die Evolution der Volkswirtschaft 
der UrVölker und die allmähliche Verwandlung dieser Wirtschaft 
in eine kapitalistische nicht beleuchten. 
Unsere Theorie der Entwicklung der Volkswirtschaft basiert 
auf einer Analyse der Entwicklung der gesellschaftlichen Pro 
duktivkräfte, und der Analyse der Wirtschaft auf den verschie-
	        
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