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Achtzehntes Kapitel.
Der Kapitalismus in Rußland.
Um die Entwicklung der Volkswirtschaft in Rußland kennen
zu lernen, werden wir den wichtigsten Gewerbezweig — den
Bergbau — näher untersuchen und daraus feststellen, ob die
wirtschaftliche Entwicklung in Rußland gewisse Besonderheiten
aufweist.
Die Besitzer der Bergwerke und die Eisenindustriellen bilden
in Rußland die stärkste Unternehmergruppe. Sie sind stark nicht
allein infolge ihrer Organisation, sondern auch dank der Anhäufung
von großen Kapitalien in ihren Händen. Auf den Bergbau
und die Eisenindustrie entfällt auch der größte Teil des für
die neu gegründeten Aktiengesellschaften aufgebrachten Kapitals.
So kamen 1899 auf die Gesellschaften in Bergbau und Eisenindustrie
vom neu emittierten Kapital im Betrage von 430,8 Millionen
Rubel 188,4 Millionen Rubel; 1900 von 336,8 Millionen
Rubel 142 Millionen Rubel und 1907 von 192 Millionen Rubel
71,7 Millionen Rubel usw.*)
So ist im Bergbau und im Hüttenwesen in der letzten Zeit
mehr als ein Drittel des neu aufgebrachten Kapitals investiert
worden. Daraus erhellt, welche Bedeutung dem Bergbau und
dem Hüttenwesen zukommt. Dabei muß noch in Betracht gezogen
werden, daß die Erzeugnisse des Bergbaues für die kapitalistische
Produktion von gleicher Bedeutung sind wie das Rohmaterial.
Von der Entwicklung des Bergbaues und des Hüttenwesens
hängt auch der Fortschritt der gesamten Industrie ab.
Daher wird auch die Analyse der Entwicklung des Bergbaues den
allgemeinen Entwicklungsprozeß des Kapitalismus in Rußland
beleuchten.
*) Statistik der Aktiengesellschaften in Rußland, 1908, VI. Lieferung.