13
somit ein weiterer Begriff als der technische Fortschritt. Denn
die Erhöhung der Arbeitsproduktivität kann
nicht nur durch den technischen Fortschritt, sondern auch durch
andere Ursachen hervorgerufen werden. So z. B. durch bessere
Ernährung der Arbeiter, durch höhere Bildung, durch Fachkennt
nisse, schließlich auch durch die Stimmung der Arbeiter. Unter
der Erhöhung der Arbeitsproduktivität versteht man die Pro
duktion eines größeren Quantums von Gegenständen durch einen
Arbeiter in einer Zeiteinheit als Folge verschiedener technischer,
sozialer und individueller Momente.*)
Die Entwicklung der Produktivkräfte der Be
völkerung eines Gebietes oder eines Landes kann gewiß eine Folge
der Entwicklung der Arbeitsproduktivität sein. Sie ist aber auch
bei einer Konstanz der Arbeitsproduktivität möglich, und um
gekehrt: auch bei einer Steigerung der Arbeitsproduktivität kann
ein Stillstand in der Entwicklung der Produktivkräfte der Be
völkerung irgendeines Gebietes oder Landes eintreten. So kön
nen, wenn ein großer Teil der Bevölkerung der produktiven
Arbeit durch den Militarismus entzogen ist oder ein großer Teil
der Erzeugnisse „unproduktiv“ verbraucht wird, bei gleich
zeitigem Steigen der Produktivität der (selbständigen sowohl als
auch der unselbständigen) Arbeit die Produktivkräfte der Bevölke
rung sinken.
Steigt die Zahl der unproduktiven Arbeiter, wie der Diener
schaft usw., so vermindern sich die Produktivkräfte des Landes.
Umgekehrt steigen die Produktivkräfte der Bevölkerung, wenn
sich die Zahl der produktiven Arbeiter vermehrt, obgleich die
Produktivkraft der Arbeit unverändert bleibt. Folglich ist unter
dem Begriff der „Entwicklung der Produktiv
kräfte“ nicht die Änderung in einer einzelnen
Unternehmung, sondern der gesamte Prozeß
der wirtschaftlichen Entwicklung einer Ge
gend oder eines ganzen Landes zu verstehen.
Die Produktivkraft der Bevölkerung kann also durch den
) Siehe auch Kapital I, 6. Aufl., S. 278—279.