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Getreidepreis sinkt. Der Weizenpreis in England war nach Sotow
(„Skizze über den Grundbesitz und die Landwirtschaft in Eng
land“, St. Petersburg 1909, russisch) :
Im Durchschnitt der Jahre in Prozenten
1871—1875 54 sh. 8 Pence 100
1876—1880 47 „ 6 „ 87
1881—1885 40 „ 1 „ 73
1886—1890 31 „ 5 „ 57
1891—1895 27 „ 11 „ 51
1896—1900 28 „ 7 „ 52
1901—1909 27 „ 6 „ 50
Die Eigenproduktion und die Einfuhr von Weizen in den ent
sprechenden Jahren waren in Prozenten:
Eigenproduktion Einfuhr
53.4 46,6
40.8 59,2
35.9 64,3
27.4 72,6
24.4 75,6
20,0 80,0
Dabei entfällt auf die dünn bevölkerten transozeanischen
Länder ein immer größerer Teil der Einfuhr. So lieferten Rußland
und die anderen europäischen Länder in den Jahren 1870—1874
48 Proz. der Gesamtweizeneinfuhr; dagegen 1900—1904 bloß noch
15,7 Proz., während aus den transozeanischen 1870—1874 52 Proz.
und 1900—1904 schon 84,3 Proz. der gesamten Weizeneinfuhr
kamen. Besonders rasch stieg die Einfuhr aus Argentinien, Ka
nada und Australien.
Nach den Untersuchungen von Harris stellen sich die Pro
duktionskosten von Weizen in England zwei- bis dreimal so hoch
als in Australien oder in den westlichen Staaten von Nordamerika.
In den östlichen Staaten fordert die Weizenproduktion infolge
intensiverer Bodenbestellung mehr Ausgaben als in den westlichen.
Gleichzeitig mit dem Sinken der Getreidepreise ging auch die
Grundrente in England von 1881—1894 um 40—75 Proz. herab.