Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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Acker,  in  Deutschland  dagegen  26  Bushels.*)  Dabei  ist  aber,  wie
wir  schon  konstatiert  haben,  die  Arbeitsproduktivität  in  den  Vereinigten ­
  Staaten  höher  als  in  Deutschland.  Offenbar  sind  somit
die  weiteren  Arbeitsaufwände  in  Deutschland,  die  die  Ernteerträge
erhöhen,  weniger  produktiv.  Deshalb  können  14  Proz.  der  Bevölkerung ­
  in  den  Vereinigten  Staaten  eine  so  kolossale  Menge  von
Getreide  produzieren,  daß  trotz  der  geringen  Ernteerträge  aus
Amerika  Getreide  ausgeführt  wird,  während  in  Deutschland  der
gleiche  Prozentsatz  der  Bevölkerung  bei  doppelt  so  hohen  Ernteerträgen ­
  nicht  einmal  den  einheimischen  Bedarf  an  Getreide  deckt.
Aber  auch  in  den  Vereinigten  Staaten  wird  nicht  überall  eine
extensive  Wirtschaft  geführt.  In  einigen  Gegenden  werden  Gewächse ­
  gebaut,  die  eine  intensive  Kultur  fordern  (Baumwolle,
Tabak).  Vergleichen  wir  die  Produktivität  der  Arbeit  in  den
Rayons  mit  intensiver  und  in  solchen  mit  extensiver  Kultur,  so  erkennen ­
  wir,  daß  in  den  letzteren  Gegenden  die  Arbeitsproduktivität ­
  höher  ist,  als  in  den  Gegenden  mit  intensiver  Kultur.  In
den  südlichen  und  nordöstlichen  Staaten  beträgt  der  Reinverdienst
pro  Arbeiter  162—298  Dollar,  in  den  westlichen  Staaten  dagegen
509  Dollar.**)  Daraus  läßt  sich  ein  Bild  gewinnen,  wie  hoch  die
Arbeitsproduktivität  in  den  extensiven  Wirtschaften  ist,  wenn  die
Produktivität  der  Arbeit  in  den  westlichen  Staaten  um  das  zweibis
  dreifache  die  Arbeitsproduktivität  in  den  östlichen  Staaten
übertrifft.
In  der  Landwirtschaft  lassen  sich  also  zwei  Tendenzen  wahrnehmen: ­
  die  Erhöhung  der  Arbeitsproduktivität  durch  den  technischen ­
  Fortschritt  und  das  Sinken  derselben  bei  neuen  Kapitalund
  Arbeitsaufwänden  auf  dem  schon  bebauten  Grundstücke.  In
den  Vereinigten  Staaten,  wo  die  Möglichkeit  noch  vorhanden  war,
den  Acker  auszudehnen,  überwog  die  erste  Tendenz.  In  Europa
*)  „Amerika“,  herausgegeben  von  Dr.  E.  v.  Halle,  S.  173.  Nach  dem
Statist.  Jahrbuche  f.  d.  D.  R.  waren  die  Hektarerträge  in  Doppelzentnern:
Weizen  Roggen  Gerste  Hafer  Kartoffeln
Deutschland  (1910)  19,9  17,0  18,5  18,4  131,9
Ver.  Staaten  (1909)  10,6  10,1  13,1  10,9  52,7
Anmerkung  d.  Übers.

•*)  „Amerika“,  S.  172.
            
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