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1.
Bei der Untersuchung der kapitalistischen Entwicklung in
verschiedenen Ländern bemerken wir, daß diese ungeachtet der
verschiedenen geographischen und wirtschaftlichen Bedingungen
auf gleiche Weise vor sich geht.
Zuerst dringt das Kapital in den Tausch verkehr ein, indem es als
Handelskapital auf tritt und das Handwerk zum Kustargewerbe
macht. Das letztere entwickelt sich allmählich zur Hausindustrie.
Gleichzeitig wird sehr viel Kapital auf die Verbesserung der
Transportmittel und des Kredits verwendet, die mit der Zunahme
des Verkehrs notwendig wird. Das Handelskapital beutet
nicht sowohl Lohnarbeit aus als das ländliche Haus
und Kustargewerbe. Erst allmählich dringt das Kapital auch in
die Sphäre der Produktion ein. Am ehesten wird der Bergbau
kapitalistisch organisiert.
In Deutschland verteilte sich das in den Jahren 1851—1870
neu investierte Kapital wie folgt: *)
Bergbau, Hütten und Salinen 275,41 Millionen Mark
' Banken 94,65 „ ,,
Versicherungsgesellschaften 158,46 „ „
Eisenbahnen 1722,44 „ „
Zusammen: 2250,96 Millionen Mark
Der Bergbau nahm 12 Proz. des gesamten Aktienkapitals dieser
Zeit auf.
In den Jahren 1870—1874 verteilte sich das Aktienkapital auf
die einzelnen Industriezweige wie folgt:
Bergbau, Hütten und Salinen
Banken
V ersicherungsgesellschaften
Eisenbahnen
394,95 Millionen Mark
838,27
29,13
778,01
Zusammen: 2040,36 Millionen Mark
Auf den Bergbau entfallen schon 19,3 Proz. des Gesamtaktien
kapitals. 1883—1888 machte das im Bergbau investierte Kapital
) W. Sombart, Der moderne Kapitalismus, Bd. II, S. 6.