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Übergang von einem Wirtschaftssystem zu dem anderen infolge
der Bevölkerungszunahme und der erhöhten Arbeits
auf wände steigen, obgleich bei gleichbleibender Technik die
Arbeitsproduktivität sinkt. Mit anderen Worten: die
Produktivkräfte können dank den erhöhten Arbeitsaufwänden
auch bei geringem Sinken der Arbeitsproduktivität bis zu einem
gewissen Grade steigen. Selbstverständlich hemmt das Sinken
der Arbeitsproduktivität die Entwicklung der Produktivkräfte und
kann sie schließlich ganz aufhalten. Dann beginnt die Bevölke
rung auszusterben. Auf jeden Fall beweisen die angeführten Bei
spiele, daß ein Wachsen der Produktivkräfte auch bei einem
Sinken der Arbeitsproduktivität möglich ist.
V.
Der Übergang zur Landwirtschaft, die einen bedeutenderen
Arbeitsaufwand fordert, um die notwendigen Existenzmittel zu
erhalten, erhöht aber die Aufnahmefähigkeit des Landes in ge
waltigem Maße. Dies geschieht dadurch, daß die Ertragfähigkeit
des Bodens mit der Erhöhung des Arbeitsaufwandes steigt.
Zuerst wird gewöhnlich der zugänglichste und bequemste
Boden bestellt, der den geringsten Arbeitsaufwand erfordert. Erst
allmählich geht die Bevölkerung zu der Bearbeitung der anderen,
.weniger geeigneten Böden über. Der bestellte Boden wird sofort
verlassen, sobald er erschöpft ist.
Mit der Zunahme der Bevölkerung vermindert sich der Land
anteil jeder einzelnen Familie, die dadurch gezwungen wird, das
Brachfeld allmählich zu verkleinern und zur Dreifelderwirtschaft
überzugehen. Durch Brachliegen des Feldes, Düngung und
Fruchtwechsel wird der Wiederherstellungsprozeß der Boden
fruchtbarkeit gefördert. Während bei der Feldgras Wirtschaft die
Bodenfruchtbarkeit erst nach zwölf bis zwanzig Jahren wieder
hergestellt wird, d. h. das Ackerfeld zwölf bis zwanzig Jahre in
der Brache liegen muß, bis es frische Kräfte gesammelt hat,
beschleunigt das Brachliegen in Verbindung mit künstlicher
Düngung diesen Prozeß, so daß das Feld schon nach zwei oder
drei Jahren wieder bestellt werden kann. Der Fruchtwechsel er-