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nicht für die Befriedigung der persönlichen, sondern für die der
wirtschaftlichen Bedürfnisse aufgewendet. Der Hirt hat
nicht nur für seine Nahrung, sondern auch für die seines Viehes
zu sorgen. Mit anderen Worten, um sich Nahrungsmittel zu verschaffen,
muß er zuerst sein Vieh füttern. Zwar braucht er noch
nicht selbst das Futter zu pflanzen; aber er muß das Vieh herantreiben,
hüten usw. Kurz, die Viehzuchtwirtschaft weist eine
andere Verteilung der Produktivkräfte auf als die Jagdwirtschaft.
Vergleichen wir nun die Organisation der Produktivkräfte in
der Viehzucht und in der Ackerbauwirtschaft, so finden wir, daß
der Ackerbauer noch mehr Arbeit für die Befriedigung der wirtschaftlichen
Bedürfnisse aufwendet als der Hirt. Die Befriedigung
der persönlichen Bedürfnisse beansprucht einen verhältnismäßig
geringen Teil der gesamten Wirtschaftsarbeit. Die wirtschaftlichen
Ausgaben der Ackerbaufamilien machen 44 Proz,
des Budgets aus, während sich die wirtschaftlichen Ausgaben bei
den Kirgisen auf 25 Proz. des Gesamtbudgets stellen.*) Die persönlichen
Bedürfnisse der Bauern sind viel mannigfaltiger als die
der Kirgisen. Dennoch machen bei den letzteren die persönlichen
Bedürfnisse einen bedeutenderen Teil des Gesamtbudgets aus als
bei den Bauern.
Die angeführten Angaben über die Haushaltungen der Bauern
und Kirgisen beziehen sich allerdings auf die Geldwirtschaft der
Hirten und Ackerbauer. Dennoch können wir dieselben Schlußfolgerungen
auch in bezug auf deren Naturalwirtschaft machen.
Denn zwischen diesen beiden Wirtschaftsformen besteht ein
Unterschied bloß darin, daß in der Naturalwirtschaft die Gegenstände
des persönlichen wie des wirtschaftlichen Konsums unmittelbar
in der Wirtschaft gewonnen werden, während in der
Geldwirtschaft auch solche Produkte erzeugt werden können, die
gegen Nahrungs- oder Produktionsmittel ausgetauscht werden.
*) F. Tscherbina, Die bäuerlichen Budgets russ., 1900, S. 146. Die von
Tscherbina angeführten Budgets der Kirgisen können nur als Illustration
dienen. Leider ist überhaupt die Bearbeitung der Budgets der Privatwirtschaften
sehr mangelhaft, obgleich sie eine gewaltige Bedeutung^
für die Volkswirtschaft haben.