Abschn. 19. Giroguthaben von Körperschaften.
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Alle diese Genossenschaften genießen, da sie Genossenschafts
eigentum besitzen, die Rechte einer juristischen Person.
Auch gewerbliche Unternehmer schlossen sich zu Ge
nossenschaften zusammen und unterhielten Giro-Genossenschafts
guthaben, z. B. die KxrivoTpócpoi in P. Fay. 146 aus dem 1. Jahrh.
V. Chr. Der Bürosekretär stellt hier die Giroanweisungen namens
dieser Genossenschaft aus.
Eine weitere Gruppe von juristischen Personen, die ein Giro
konto beim Staatsspeicher unterhalten, sind die Firmen, die ent
weder Privatfirmen (z. B. Ackerpächter) oder liturgische
Firmen (Kollegien der liturgischen Beamten, liturgische Steuer
erheber usw.) sein können. Eine Ackerpächterfirma finden wir
z. B. in P. Lips. 1113 (um 127 n. Chr.); die Urkunde, eine Giro
anweisung, lautet ^ :
KiTiaíòniuoç Ktti Zaparríuiv ¡LucrOiuTai oùcriaç ’louX( )
TTujXXn( ) bl’ ’AttoXXujvíou Tpa|Li|LiaT(€iui;) criToX(ÓTOiç) Ziy-
Keqpá xctipeiv. AiacrreiXaTe dq)’ ou ^xexe xrap’ upeiv <0é-
|Liaxoç> riiuüùv irupoO Y€Vií(paxoç) la (ëxouç) Tpaiavoû Abpia-
voO Kaícrapoç xoö Kupíou TTexcreípei "fípou kxX.
Die Firma besteht hier aus zwei Personen, die eine oucria
gepachtet haben. Ob das eine kaiserliche ouffia war 2, läßt sich
nicht entscheiden. Die Firma unterhält einen eigenen Büro
beamten, der in ihrem Namen die vorliegende Giroanweisung
ausfertigt.
Eine liturgische Firma erscheint in P. Oxy. I 88 (179
n. Chr.); auch diese Urkunde ist eine Giroanweisung:
AagTriJuv ’Appujviou Trpovorixfiç oïkou yupvamdpxuuv
’OHupúvxmv TTÓXetuç (TeixoXóyoíç Mécrr|ç xonapxíaç TTéxvp
xÓ7r(ujv) xctípciv. AmuxeíXaxe dqp’ iLv âxexe xôiv yup-
vamdpxuuv èv 0€|ua[xi] irupoO yeviipaxog x[o]û ò[i]e[X]0óv-
[x]oç 10 (êxouç) dpxdßa? éHpKOVxa, y(ívovxai) (írupoO dpxdßai)
E, ZapaTríuuvi 'HXioòiúp[ou] áEpTrixeúaavxi xfjç ’ OEupuvxeixôiv
TTÓXeujç xdç [Trpo]Kei|Lié[v]aç (dpxdßaq) E. ’'Exouç eÍKOcrxoO
AupriXíiuv ’Avxcuvívou Kcd Koppóòou Kmffdpujv xújv Kupíinv,
A0ÙP r.
Die Gymnasiarchen sind liturgische städtische Beamte ^ Unter
‘ vgl. die Berichtigungen von Wilcken, Archiv IV S. 485.
* vgl. 0. Hirschfeld, Klio II S. 293 ff.
® Preisigke, Stadt. Beamtenwesen S. 57.
Preisigke, Girowesen im griech. Ägypten. 6